Ein Handy, das in der Hand gehalten wird. Im Hintergrund ein Solarpanel auf einer Dachterrasse
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Kiezbox 2.0

Wie sieht die resiliente Stadt von morgen aus? Das zeigt das Modellprojekt Kiezbox 2.0. Mit einem alternativen stromautarken Kommunikationsnetzwerk will das Projekt kritische Kommunikationsinfrastruktur im Krisenfall aufrecht erhalten – und so die Resilienz der Smart City stärken.  


Zielgruppe
Stadtgesellschaft, Verwaltung, Rettungsdienste
Thema
Reallabor, Smart City
Laufzeit
Seit Februar 2023

Was ist die Kiezbox 2.0?

Die Kiezbox 2.0 ist eine Pilotmaßnahme der Strategie Gemeinsam Digital: Berlin (GD:B) und zeigt prototypisch, wie ein alternatives stromautarkes Kommunikationsnetz für Krisenfälle aussehen kann. 

In Zeiten von Extremwettersituationen, politisch motivierten Angriffen und erhöhten Katastrophenschutz testet das Modellprojekt verschiedene Szenarien, um daraus Handlungsempfehlungen für die krisensichere Stadt von morgen abzuleiten.  

Was würde im Krisenfall alles nicht funktionieren? Wenn ein starker Sturm zum Beispiel Bäume zum Umfallen bringt und Stromleitungen beschädigt, Menschen verletzt werden und nicht versorgt oder vorgewarnt werden können? Bei lang anhaltendem Stromausfall würden Mobilfunk und andere strombasierte Kommunikationsnetze nicht mehr zuverlässig funktionieren. Der Zugang zu kritischen Infrastrukturen, etwa Notruf und Krisenkommunikation, muss aber vor allem in solchen Extremsituationen gewährleistet sein.   

Mit der Kiezbox 2.0 soll unter anderem ein Notfall-WLAN bereitstehen, über das Bürger:innen zum Beispiel textbasierte Notrufe an die Feuerwehr absetzen oder krisenrelevante Informationen über datenarme Webseiten abrufen können. Im Regelbetrieb sammeln die Boxen hingegen wichtige Daten, die die Stadtgesellschaft oder andere städtische Akteur:innen nutzen können.  

Zwei Personen, die an einem Laptop arbeiten und etwas aufschreiben. Auf einem Tisch steht die Kiezbox 2.0

Wie funktioniert die Kiezbox 2.0?

Die Kiezbox 2.0 basiert auf der Idee eines hyperlokalen Netzwerks (s. Projekt Kiezbox) und zwei grundlegenden Szenarien:  

  • Im Regelbetrieb nehmen die Kiezboxen mit Hilfe verschiedener Sensoren lokale Messungen vor (z.B. zu Luftqualität). Damit können u.a. verschiedene Daten für die Smart City erfasst werden. Gleichzeitig wird die Funktionalität der Boxen überwacht und für den Krisenfall sichergestellt.  

  • Im Krisenfall (z.B. Stromausfall) dienen die Kiezboxen als Hotspots für ein Notfall-WLAN. "Damit werden der Bevölkerung Informationen zum Verhalten im Krisenfall und ein Kommunikationsweg zum Rettungsdienst zur Verfügung gestellt.

Die Kiezbox setzt sich aus folgenden zentralen Komponenten zusammen:  

  • Im Kern setzt sich die Kiezbox aus einem Raspberry Pi-Computer, externen WiFi-Kommunikationsmodulen und der energieeffizienten Funktechnologie LoRaWAN zusammen. 

  • Dazu kommen Sensoren, um im Regelbetrieb Messungen vorzunehmen (z.B. zu Temperatur, Feuchtigkeit oder Lautstärke) und so ein permanentes Monitoring der Umgebung sicherzustellen.  

  • Alle internen Komponenten sind platzsparend in einem widerstands- und outdoorfähigen Gehäuse integriert, das auf Dächern angebracht werden kann.  

  • Außerhalb des Gehäuses stellt ein Solarpanel und/oder Kleinwindrad sicher, dass die Batterien im Gehäuse geladen werden. Ein weiteres externes Element sind Antennen für die Optimierung der Reichweite.  

 

Wie geht es weiter mit der Kiezbox 2.0? 

Seit dem offiziellen Start im Februar 2023 versammelt und testet das Team um die Kiezbox 2.0 diverse Anwendungsfälle, gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie den assoziierten Projektpartner:innen (u.a. Berliner Feuerwehr, landeseigene Unternehmen und Hochschulen).  

Mit dem Auftaktworkshop im Rahmen des Entwicklungsprozesses der Gemeinsam Digital: Berlin-Strategie wurde ein weiteres Mal unterstrichen, dass die Kiezbox 2.0 nicht nur für den Krisenfall, sondern auch für den Regelbetrieb entwickelt werden soll. Zum einen ist es wichtig, dass die Kiezboxen in der Bevölkerung bereits vor dem Ernstfall bekannt sind. Zum anderen sollen lokale Partner:innen bestmöglich angebunden und auch im Normalfall Anwender:innen der Kiezbox sein. Neben der Hardware- und Software-Entwicklung steht deswegen die Erprobung von Anwendungsfällen im Fokus. So könnten die Kiezboxen als Kommunikationsknotenpunkt für Kieze genutzt werden, etwa durch die Anbringung von interaktiven Displays.  

Wie sich mit der Kiezbox 2.0 Notruf-Formulare absetzen lassen, wurde auf der Dachterrasse der Technologiestiftung bereits erfolgreich demonstriert. Bis 2025 ist das Ziel, in einem Pilotlauf ca.15 funktionsfähige Kiezboxen auf den Dächern von Berlin-Schöneberg zu installieren. Aktuelles und mehr Informationen hier

Stand: November 2023

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