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Coding-Workshops auf Sommer-Tour

Porträt von Carlon Clausnitzer
  • Rubrik Aus der Stiftung
  • Veröffentlichungsdatum 31.07.2023
Carolin Clausnitzer

Wetterhoch war gestern, wir berichten stolz von der Entdeckung eines neuen Phänomens – dem Workshophoch im Juni! Da hilft nur eins: Den Hardwareschrank unserer Werkstatt im CityLAB bzw. die Hacking Box zu plündern und damit auf Tour zu gehen. Wie viele Koffer wir dabei hatten, wollt ihr nicht wissen. Lange Rede, kurzer Sinn: Die digitalen Bildungsaktivitäten in der Technologiestiftung haben Tradition und kennen kein Sommerloch. Mit Formaten wie der offenen Werkstatt oder der IoT-Trainer:innenschulung fühlten wir uns zudem bestens gewappnet. Oder? Pustekuchen, auch wir waren vor Überraschungen nicht gefeit. Welche Stationen so auf dem Plan standen und was wir erlebt haben – hier ein kleiner Einblick:

VIP-Gefühl beim Soundworkshop auf der re:publica 

Erste Station unserer Tour – und wahrscheinlich mit Potential zum Weltrekord was die Anzahl der Kofferangeht – Unser Workshop „The Search for Sound“ zusammen mit Klangkünstler Marten Seedorf von der ZLB auf der re:publica. Im Workshop bauten wir simple elektromagnetische Wandler/Tonabnehmer und machten uns damit auf die Suche nach Sounds, um diese in langen digitalen Effektketten zu formen. Dabei waren wir mit freier Soft- und Hardware unterwegs (Pure Data auf Linux Ubuntu, Upcycling-Laptops und Kabelreste). Das Konzept hat nicht nur wunderbar für die begeisterten Teilnehmer:innen funktioniert, sondern erregte auch Aufmerksamkeit bei diversen Radiosendern. So ergaben sich Mitschnitte und Interviews mit den Workshopleiter:innen sowie gute Gespräche rund um „Klangkunst ohne Knete“ und Upcycling-Initiativen im Kiez. Das passte 1:1 zum diesjährigen Thema „Cash“ der re:publica.

Flashmob bei der offenen Werkstatt im Kiezlabor

35 Anmeldungen zählten wir für die offene Werkstatt im Kiezlabor des CityLAB. Am Tag selbst dann Höchsttemperaturen. Wer glaubt da schon, dass alle kommen werden? Vor Ort waren dann über 30 Teilnehmer:innen, und was für eine tolle Gruppe. Neben Stammgäst:innen der offenen Werkstatt waren Studierende und ihr Dozent vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck auf Exkursion in Berlin dabei, die sich u.a. für Themen rund um Smart City und nachhaltige Stadtentwicklung interessierten. Mit Mikrofonen bewaffnet gab es eine kurze Einführung ins Kiezlabor und da wir unmöglich mit 30 Personen löten konnten, gab es spontan noch einen zweiten Workshop. Eine Gruppe baute experimentelle Mikrofone und ging damit in der näheren Umgebung auf Soundsuche. Die andere Gruppe erstellte ein Kiezmapping und sammelte dafür bei einem Spaziergang Anhaltspunkte, wie dieser Kiez noch besser werden kann. Spannend für das Mapping war auch der Städtevergleich Innsbruck–Berlin und die sich daraus ergebenden Gespräche. 

Prototypen im Praxistest bei der LNdW

Beim Seminar "Hacking Innovation Bias" an der TU Berlin, das wir seit vielen Semestern mit einer Einführung ins Prototyping mit Arduino begleiten und mit unserer Hacking Box unterstützen, gab es eine Überraschung für die Studierenden des Sommersemesters neben der Entwicklung und Umsetzung kritischer Artefakte zum Thema Gender Bias und einem Abschlussbericht, stand in diesem Semester auch die Teilnahme an der langen Nacht der Wissenschaften auf dem Plan. Ziel war es, mit der eigenen Arbeit nicht nur kritisch Position zum Thema zu beziehen, sondern die Inhalte auch anderen Menschen näherzubringen. Dabei spielen die eigene Erfahrung und eine gewisse Selbstwirksamkeit eine wichtige Rolle – sowohl seitens der Studierenden als auch seitens der Besucher:innen. Unser Resumée war danach einstimmig: Unser Experiment ist gelungen. Die Studierenden waren in Hochform, die Besucher:innen neugierig und offen – auch auf Twitter gab es Applaus für die Aktion. Des Weiteren wurden die Ergebnisse des aktuellen Sommersemesters in Form eines Zines dokumentiert. Im wissenschaftlichen Kontext sicher auch eine eher ungewöhnliche Publikationsmethode – aber wer weiß, vielleicht etabliert sie sich ja? Für die Artefakte ging es dann übrigens nochmal weiter zur interaktiven Projektschau zum Sommerfest der Technologiestiftung Berlin.

Sensoren und Gespräche beim CityLAB Sommerfest

Im Rahmen einer außerplanmäßigen offenen Werkstatt ging es dann nochmal zum CityLAB Sommerfest. Quasi die Gunst der Stunde nutzen, um mit einer neuen Community neue Sensoren zu testen. Klingt logisch, oder? In der Tat auch hier wieder ein Experiment mit im Schlepptau: Einige Calliope mini Microcontroller aus unserer Hacking Box mit passenden Umweltsensoren, die vor der Ausleihe auf Herz und Nieren geprüft wurden. Wir probierten je Sensor einige Coding-Beispiele aus oder schrieben selbst welche. Neben Feuchtigkeit und Temperatur fanden wir insbesondere einen Flammensensor spannend. Der Aufgabe nahmen sich einige eifrige Coder:innen vor Ort an. Das war zwar diesmal kein Flashmob, dafür ein Rahmen, in dem sich die Teilnehmer:innen ganz intensiv mit dem Thema beschäftigten können. So ein Workshop hat nochmal seine ganz eigene Qualität. Hier entstanden am Rande u.a. tiefgründige Gespräche zur intergenerativen Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank hierfür an die Teilnehmer:innen! 

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst einmal Hand anzulegen, ist herzlich zu unseren Workshops eingeladen. Einmal im Monat (regulär am letzten Freitag) gibt es bei uns die offene Werkstatt im CityLAB. Weitere Informationen bekommt man über die Newsletter von Technologiestiftung und CityLAB und Meetup. Außerdem gibt es die Möglichkeit, digitale Hardware für eigene Projekte auszuleihen – aus unserer Hacking Box. Also: Nicht lange aufs Sommerloch warten, sondern gleich loslegen!

Werkstatt im CityLAB

Die Werkstatt im CityLAB ist ein Raum für Experimente mit Methoden aus der Farbpalette der Elektrotechnik und Informatik – und allem, was eure Kreativität noch anspricht.