Stiftung Analytische Röntgenphysik: Läuft!

 

Die jährliche Stifterversammlung der Stiftung Analytische Röntgenphysik im Spätherbst hat uns wieder in der seit 2007 andauernden Unterstützung für diese nicht rechtsfähige Stiftung und das Fachgebiet an der TU bestätigt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Kanngießer haben dort in spannenden Vorträgen in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Seminarraum ihre aktuellen Forschungen vorgestellt.

Zum Beispiel präsentierte Veronika Szwedowski aus ihrer Dissertation die Nutzung streifender Röntgenfluoreszenz (GEXRF) zur quantitativen Bestimmung von Elementprofilen im Labor. Durch die Betrachtung der emittierten Strahlung in Abhängigkeit vom Reflexionswinkel ist es möglich, auch unter der Oberfläche des Materials seine exakte chemische Zusammensetzung zu ermitteln. Diese Methode war bis vor einiger Zeit nur an Synchrotronen verfügbar und entsprechend teuer. Frau Szwedowski hat durch ihren Laboraufbau mit konventionellen CCDs gezeigt, dass eine quantitative Elementanalytik gegenüber der Analyse am Synchrotron erheblich vereinfacht werden kann. Ziel der weiteren Forschung ist daher, dass beispielsweise bei der Produktion nanostrukturierter Materialien zukünftig deren Zusammensetzung produktionsbegleitend untersucht werden kann und nicht auf Strahlzeit am Synchrotron gewartet werden muss.

Auch die anderen Vorträge zeigten den starken Fokus auf die Entwicklung von Anwendungen für das Praxislabor und damit eine Verfügbarkeit für Unternehmen und andere Einrichtungen außerhalb physikalischer Forschung. So reichen die präsentierten Projekte von grundlagenorientierter Methodenentwicklung zur Untersuchung biologischer Proben mit weicher Röntgenstrahlung / XUV im Mikro/Nanomaßstab am PETRA III – Speicherring bei DESY in Hamburg über die Entwicklung von Dünnfilmzellen für die in-Situ - Untersuchung biologischer Proben im „Wasserfenster“ bis zur Entwicklung konfokaler Röntgenfluoreszenzmikroskopie am Beispiel der Mineralienverteilung zur Beurteilung der Keimfähigkeit von Hirse im BLiX-Applikationslabor an der TU Berlin.

Auch als Folge der Forschung konnte die Leiterin der Arbeitsgruppe, Frau Prof. Kanngießer, auf Erfolge verweisen: Beispielsweise werden in einer Kooperation mit dem MPI für Chemische Energiekonversion in Mühlheim/Ruhr die entwickelten Röntgenmethoden des BLiX-Applikationslabors kopiert – eine Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, die auch erhebliche Drittmittel für die Arbeitsgruppe sichert.

Damit nicht genug, auch für die Nachwuchsgewinnung ist die Arbeitsgruppe aktiv: um auch Schüler*innen aus Nichtakademikerfamilien für ein Studium der Natur- und Technikwissenschaften (MINT) zu sensibilisieren, sind Kooperationen mit zwei Schulen in Moabit und Steglitz aufgebaut worden, die so die Möglichkeit haben, ihre Schüler und Schülerinnen „Uniluft“ schnuppern zu lassen.

Mein Fazit: Die Vielfalt der gezeigten Forschung, aber auch das Engagement darüber hinaus macht die Stiftung Analytische Röntgenphysik zu einem hervorragenden Beispiel dafür, wie Wissenschaftsförderung in die Gesellschaft ausstrahlen kann. Sie bedeutet eine Stärkung der optischen Technologien in der Region und legt damit die Grundlage für viele Zukunftstechnologien.

 

 


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