Pünktlich zum Ferienstart: Berliner Badestellen online

Wer in den Ferien an einen der zahlreichen Berliner Badeseen fahren möchte, kann sich ab heute vorab online über die Wasserqualität informieren. Für den neuen Service haben Technologiestiftung, Kompetenzzentrum Wasser, Berliner Wasserbetriebe und das LaGeSo zusammengearbeitet.  Das Projekt, das bei uns unter „Berliner Badestellen“ firmiert, wurde heute pünktlich zum Ferienstart vorgestellt.

In keiner anderen Millionenstadt gibt es derart viele und vielfältige Bademöglichkeiten wie in Berlin: Insgesamt sind es 39 offiziellen Badestellen im Stadtgebiet. Die meisten liegen an einem der schönen Seen. Wer will, kann sich aber auch in die Fluten der Havel stürzen. Regelmäßig entnimmt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) Wasserproben und untersucht sie. Die Untersuchungsergebnisse kann man jetzt genauso regelmäßig auf einer Website recherchieren. (Sie sind zum Ferienstart übrigens fast überall sehr gut; nur für den Flughafensee wird vom Baden abgeraten.)

Wie fast immer bietet die Digitalisierung aber mehr als die reine Abbildung der Ergebnisse: Durch die Aufbereitung der Daten sind auch Prognosen möglich. Dafür hat das Kompetenzzentrum Wasser (KWB), das über entsprechende Simulationsmodelle verfügt, entsprechende Algorithmen zur Verfügung gestellt, die unter anderem offene Wetterdaten und Daten der Berliner Wasserbetriebe mit einander verschneiden. Die Verknüpfung der offenen LaGeSo-Daten mit dem Vorhersagemodell des KWB sowie die Verarbeitung und Präsentation der Ergebnisse auf einer Website wurden unter der Leitung unseres Lead Data Scientist Sebastian Meier in unserem Ideation & Prototyping Lab umgesetzt.

Die Prognosen gibt es zunächst für zwei Badestellen an der Havel. Denn hier werden sie gebraucht. Während die Wasserqualität in abgeschlossenen Badeseen in der Natur relativ konstant bleibt, ändert sich die Zusammensetzung des Havelwassers auf dem Weg durch die Stadt regelmäßig. Nach starken Regenfällen wird außerdem viel Mischwasser in den Fluß gespült, so dass das Schwimmen manchmal nicht angeraten ist. Der neue Service warnt so tagesaktuell vor möglichen Verunreinigungen.

Das Tool wurde im Rahmen des Forschungsprojektes FLUSSHYGIENE entwickelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Es ist mal wieder ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung unser Leben verbessern und für Transparenz in einem Bereich sorgen kann, der uns alle interessiert.