LoRaWAN als mesh-Netz?

In den letzten Tagen geistern viele Meldungen über das neue LoRaWAN-Netzwerk Helium durch die Fachpresse, z.B. Semtech and Helium Announce New Nationwide LoRaWAN Network. Wir wurden vor diesem Hintergrund gelegentlich gefragt, ob es sich dabei um ein mesh-Netzwerk handelt.
Soviel vorab: Nein.

Aus meiner Sicht nicht. Zumindest nicht die Sorte, die wir von Freifunk, Sensornetzen und anderen ad hoc–Netzen kennen. Dort werden durch Direktverbindungen zwischen den Routern, Sensoren oder anderen Netzwerkknoten die Nutzdaten direkt zwischen den Knoten weitergeleitet. Dadurch bildet sich ein Netz, das von Transporten über das Internet unabhängig ist. Bei Helium ist das nicht der Fall. Helium-Gateways und Netzwerkserver hängen am Internet wie bei allen anderen LoRaWAN-Netzen auch.

Spannend wäre ein LoRaWAN-mesh übrigens. So etwas könnte nicht nur Gateways sparen, sondern in schwierigen Umgebungen auch die „Ausleuchtung“ verbessern – es ist ja kein Zufall, dass beim WiFi für zu Hause, meshende Geräte den Weg in die Elektromärkte gefunden haben und einfache Repeater langsam ersetzen. Bisherige LoRaWAN-Technik sieht das aber nicht vor. Dort reden Knoten mit Gateways und Gateways mit dem Internet, nicht aber Knoten mit Knoten. Bekannte und funktionierende Mesh-Ansätze mit LoRA (der Funktechnik ohne das Protokoll LoRaWAN) sind die Fernheizventile von KT oder die DIY-Motes von Arduino Hannover. Über erstere steht mehr in unserem Report „IoT in der Praxis“.

Wer mehr über Helium wissen will und warum man dort eine Blockchain samt einer neuem Kryptowährung zu Einsatz bringt, findet das ausführlicher im Blog der Berliner TTN-Community. Und wer nachsehen möchte, was Blockchains sind und was man damit anstellen kann, der findet das in unserem Report Blockchains, Smart Contracts und das dezentrale Web. Beide Reports der Technologiestiftung sind schon aus 2017 aber noch lange nicht veraltet.