„Es gibt eigentlich keine Routine“

Fast alle, die ins CityLAB Berlin kommen, lernen Malgorzata Magdon kennen. Sie koordiniert die Raumvergabe, sorgt dafür, dass überall die richtige Technik zur Verfügung steht, und führt durch die Ausstellung – um ein paar ihrer Aufgaben zu nennen. Im Interview erzählt sie mehr über sich und ihre Arbeit.

Auf der Internetseite des CityLABs steht unter Deinem Namen „Administration“. Das klingt eher langweilig. War Dir in dem halben Jahr, das Du jetzt im CityLAB arbeitest, schon mal langweilig?

Nein, über Langeweile kann ich mich nicht beklagen! Als ich anfing, war mir – und ich glaube, auch allen anderen – noch nicht ganz klar, was mich erwarten würde. Aber genau DAS fand ich gut! Ich habe zuvor für einen der Berliner Workspaces gearbeitet, erst als Barista und später im Management. Da hatte sich schon eine gewisse Routine entwickelt. Ich fühlte mich nicht mehr herausgefordert, manchmal war es ein bisschen monoton. 

Deshalb hat es mich sehr gereizt, mich auf etwas Neues einzulassen, was so offen war. Die Aufgaben sind mittlerweile klar, aber es gibt eigentlich keine Routine. Dadurch, dass das CityLAB von so unterschiedlichen Gruppen genutzt wird und auch Passanten reinschauen, die quasi im Vorbeigehen die Ausstellung besuchen, muss ich mich auf jeden Tag neu einstellen. Ich bin von 9 bis 18 Uhr hier und versuche, dann auch immer ansprechbar zu sein.

Räumlich nimmt die Ausstellung mit vielen Exponaten rund um das Thema „Digitalisierung der Stadtgesellschaft“ im CityLAB ziemlich viel Raum ein. Spiegelt sich das in Deiner Arbeit?

Die Ausstellung liegt mir sehr am Herzen. Sie bietet sehr viel Inspiration. Wir überlegen immer wieder, wie wir noch mehr Besucher*innen anlocken können: Aufsteller vor der Tür, offene Eingangstür…. Es funktioniert ganz gut, aber eine Gruppe finde ich unterrepräsentiert: Leute zwischen 20 und 30. Eigentlich wundert mich das, denn gerade dieser Gruppe sollte das Zukunftsthema doch besonders nahe liegen. Wir haben regelmäßig Studentinnen und Studenten im Haus. Sie verfolgen aber meistens ziemlich fokussiert ihre Projekte, schauen sich nicht so viel um. Und extra zum Thema vorbeikommen, tun wirklich wenige. Wie könnte man die Leute zwischen 20 und 30 noch besser ansprechen, sie dazu animieren, sich mit ihrer Zukunft zu beschäftigen und damit, sie mitzugestalten? Wir arbeiten dran!

Du selbst hast Architektur studiert und schon von daher einen Bezug zum Thema Stadtentwicklung. Hast Du im Studium auch schon mit der Digitalisierung von Bauprozessen und Gebäuden zu tun gehabt?

Tatsächlich habe ich mich in Köln und in Danzig, wo ich das Architekturstudium als Diplom-Ingenieurin abgeschlossen habe, vor allem mit Schul- und Städtebau beschäftigt, eher analog. Aber natürlich habe ich vom Studium ausgehend einen guten Zugang zum Thema Stadtentwicklung. Und ich bin begeistert davon, dass ich jetzt an der Entwicklung Berlins mitwirken kann, zum Beispiel daran, dass die Daten der Verwaltungen offen gestellt werden. Ich glaube, dass Stadtplanung sehr von offenen Daten profitieren kann und ich finde es toll, mitzuerleben, was beispielsweise mittlerweile passiert, um Fahrräder im Straßenverkehr zu fördern.

Ich bin davon überzeugt, dass man Dinge ändern kann, wenn man es wirklich will. Am besten schließt man sich mit anderen, die ähnlich denken, zusammen und nimmt die Dinge selbst in die Hand. Charles Montgomery hat in seinem Buch „Happy City“ sehr beeindruckende Beispiele zusammengetragen. Ich lass mich davon gerne inspirieren und freue mich, dass ich im CityLAB jetzt genau an solchen Themen mitwirken kann.