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Digitalisierung als Haltung auch im Gebäude

Porträt von Caroline Erbstößer
  • Veröffentlichungsdatum 16.05.2022
Anne-Caroline Erbstößer

Unter dem Titel „Dekarbonisierung durch Digitalisierung: Die Stadt als Vorbild“ haben wir auf den Berliner Energietagen 2022 zusammen mit der Berliner Wirtschaftsförderung Lösungen aus dem Gebäudesektor vorgestellt und diskutiert. Expert:innen aus der Berliner Immobilienwirtschaft und aus dem PropTech Bereich zeigten, wie mit intelligentem Datenmanagement Energieverbräuche reduziert werden können.

Der Wert von Gebäudedaten ist allen Beteiligten mehr als bewusst und deren Aufbereitung auf einer Datenplattform ist bereits Teil ihres Geschäftsmodells. Energieeinsparpotenziale sichtbar machen und geeignete Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel im Heizungskeller, ist ein klassischer Anwendungsfall. Digitale Lösungen werden mehr und mehr in bestehende Gebäude einziehen, sie sind notwendig auf dem Weg zur Klimaneutralität. Ein großes Anliegen aller Expert:innen ist dabei die Mitnahme von Nutzer:innen und Mieter:innen, weil: „gegen ein Fenster auf Dauerkippstellung hilft auch die intelligenteste Steuerung nicht“. Der Austausch von Informationen über Sinn und Zweck von digitalen Maßnahmen in einem Gebäude ist daher unbedingt notwendig. Hier können intelligente Lösungen den Bewohner:innen sichtbar machen, wie und wo Energie gespart werden kann und damit eine (positive) Haltung zur Digitalisierung unterstützen.

Aber wer soll diese Maßnahmen bezahlen?

Aktuelle und kommende Förderprogramme der Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz bieten mit GebäudePLUS und dem kommenden BENE II Unterstützung, denn erfreulicherweise wird die Digitalisierung hier zunehmend berücksichtigt und ist somit klar förderfähig.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass es immer noch viele Hemmnisse und Herausforderungen bei der Digitalisierung im Gebäudebestand gibt, die wir dringend überwinden müssen:

  • Entscheidungen bei Investitionen, die zu Abhängigkeiten von einem Hersteller führen
  • Einbindung von analogen Messstellen in digitale Netzwerke
  • Datenbereitstellung und Transparenz der Verbräuche durch den Energielieferanten
  • Aufwand bei Förderanträgen mit kaum digitalisierten Prozessen
  • Datenplattformen: Jeder entwickelt seine eigene und ein Austausch fehlt
  • fehlende Akzeptanz/ Mitwirkung von Eigenheimbesitzern/ Nutzern/ Mietern
  • Energieeinsparpotenzial von digitalen Lösungen nicht klar
  • aufwändige und kostenintensive Prozesse bei der Umstellung auf digitale Prozesse
  • Einzelprojekte in der Erprobungsphase, kein flächiges Roll-Out

Auch wenn die genannten Hemmnisse die Digitalisierung im Gebäudesektor erschweren: Die Notwendigkeit, Gebäudedaten zu sammeln und auszuwerten ist Konsens. Ohne den Austausch von Daten über Verbräuche kann keine sinnvolle Einsparung erfolgen und die Einbindung von erneuerbaren Energien kann weder systempassend geregelt noch effizient gesteuert werden. Diese Haltung zur Digitalisierung ist glücklicherweise auf dem Vormarsch. Wir hoffen, dass wir bis zu den kommenden Energietagen viele (oder besser alle;-) Hemmnisse und Herausforderungen überwunden haben werden.

Dekarbonisierung durch Digitalisierung: Auf den Berliner Energietagen 2022 wurden Lösungen aus dem Gebäudesektor vorgestellt und diskutiert. Expert:innen aus der Berliner Immobilienwirtschaft und aus dem PropTech Bereich zeigten, wie mit intelligentem Datenmanagement Energieverbräuche reduziert werden können.