Symposium: Demokratische KI. Berliner Wege zu Verantwortung, Steuerung und Souveränität
Damit verschiebt sich die Debatte: Nicht mehr die Frage, ob KI eingesetzt wird, steht im Mittelpunkt, sondern unter welchen Bedingungen. Wer definiert, was ein System leisten darf? Welche Anforderungen gelten für Daten, Modelle und Betrieb? Und wie bleibt der Staat handlungsfähig, wenn zentrale Technologien von wenigen Anbietern bereitgestellt werden?
Das Symposium im Publix, Hermannstraße 90, Berlin Neukölln, bringt Perspektiven aus Verwaltung, Forschung und Praxis zusammen und richtet den Blick auf die Konsequenzen für den staatlichen Einsatz von KI.
Gesellschaftliche Werte, Transformation und KI
Dr. Theresa Züger vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft eröffnet das Symposium mit einer Einordnung aus demokratietheoretischer Perspektive. Im Fokus stehen Fragen nach Legitimation, Verantwortung und dem Umgang mit gesellschaftlichen Werten im Kontext automatisierter Systeme.
Daran schließt sich die operative Ebene an. Welche Anforderungen ergeben sich für den Einsatz von KI in Verwaltung und Politik? Reichen bestehende Systeme aus oder braucht es eigene staatliche Lösungen? Und wie lassen sich Kompetenzen so aufbauen, dass Entscheidungen nicht schrittweise an externe Anbieter ausgelagert werden?
Wer kontrolliert die KI des Staates?
Das erste Panel nimmt das Verhältnis von Staat und Technologieanbietern in den Blick.
Im Zentrum steht die Frage nach Kontrolle und Verantwortung: Welche Rolle spielen private Anbieter, und welche Spielräume hat der Staat, eigene Strukturen und Infrastrukturen aufzubauen?
Diskutiert wird weiter, welche technischen und rechtlichen Mindestanforderungen für KI-Systeme im öffentlichen Sektor gelten müssen. Dazu gehören nachvollziehbare Datenquellen, überprüfbare Entscheidungslogiken und die Frage danach, wie Zuständigkeiten organisiert werden, wenn mehrere Akteur:innen an Entwicklung und Betrieb beteiligt sind.
Demokratische KI als Standortvorteil
Das zweite Panel rückt den Aufbau eigener KI-Kompetenzen in öffentlichen Stellen in den Vordergrund.
Wenn Behörden eigene Kompetenzen aufbauen, verändert das ihre Rolle. Sie bleiben nicht bei der Anwendung stehen, sondern greifen in Entwicklung und Ausgestaltung ein. Das kann Abhängigkeiten reduzieren und Einfluss auf Standards sichern.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verwaltungen, wenn technisches Wissen erst aufgebaut, Prozesse angepasst und Verantwortlichkeiten neu organisiert werden müssen. Die Diskussion dreht sich um die Frage, wie realistisch dieser Weg ist und wo seine Grenzen liegen.
Programm
Veranstaltungsort:
Publix - Haus für Journalismus und Öffentlichkeit, Hermannstraße 90, 12051 Berlin
Einlass ab 13:30 Uhr
Beginn 14:00
Keynote
- Dr. Theresa Züger, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gGmbH
Panel: Wer kontrolliert die KI des Staates?
- Dr. Esther Görnemann, Weizenbaum Institut e.V.
- Carolin Körner, Bundesdruckerei GmbH
- Nicolas Zimmer, Technologiestiftung Berlin
Panel: Demokratische KI als Standortvorteil
- Dr. Matthieu Binder, iRights.Lab GmbH
- Yasemin Efiloğlu, PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH
- Dr. Benjamin Seibel, Technologiestiftung Berlin - CityLAB Berlin
Ab ca. 17:30 Uhr
Ausklang auf der Terrasse des Publix mit Essen & Trinken.