Symposium „Demokratische KI“
Damit verschiebt sich die Debatte: Nicht mehr die Frage, ob KI eingesetzt wird, steht im Mittelpunkt, sondern unter welchen Bedingungen. Wer definiert, was ein System leisten darf? Welche Anforderungen gelten für Daten, Modelle und Betrieb? Und wie bleibt der Staat handlungsfähig, wenn zentrale Technologien von wenigen Anbietern bereitgestellt werden?
Das Symposium im Publix in Neukölln bringt Perspektiven aus Verwaltung, Forschung und Praxis zusammen und richtet den Blick auf die Konsequenzen für den staatlichen Einsatz von KI.
Gesellschaftliche Werte, Transformation und KI
Dr. Theresa Züger vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft eröffnet das Symposium mit einer Einordnung aus demokratietheoretischer Perspektive. Im Fokus stehen Fragen nach Legitimation, Verantwortung und dem Umgang mit gesellschaftlichen Werten im Kontext automatisierter Systeme.
Daran schließt sich die operative Ebene an. Welche Anforderungen ergeben sich für den Einsatz von KI in Verwaltung und Politik? Reichen bestehende Systeme aus oder braucht es eigene staatliche Lösungen? Und wie lassen sich Kompetenzen so aufbauen, dass Entscheidungen nicht schrittweise an externe Anbieter ausgelagert werden?
Wer kontrolliert die KI des Staates?
Das erste Panel nimmt das Verhältnis von Staat und Technologieanbietern in den Blick.
Diskutiert wird, welche technischen und rechtlichen Mindestanforderungen für KI-Systeme im öffentlichen Sektor gelten müssen. Dazu gehören nachvollziehbare Datenquellen, überprüfbare Entscheidungslogiken und die Frage danach, wie Zuständigkeiten organisiert werden, wenn mehrere Akteur:innen an Entwicklung und Betrieb beteiligt sind.
Demokratische KI als Standortfaktor
Das zweite Panel rückt den Aufbau eigener KI-Kompetenzen in öffentlichen Stellen in den Vordergrund.
Wenn Behörden eigene Kompetenzen aufbauen, verändert das ihre Rolle. Sie bleiben nicht bei der Anwendung stehen, sondern greifen in Entwicklung und Ausgestaltung ein. Das kann Abhängigkeiten reduzieren und Einfluss auf Standards sichern.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verwaltungen, wenn technisches Wissen erst aufgebaut, Prozesse angepasst und Verantwortlichkeiten neu organisiert werden müssen. Die Diskussion dreht sich um die Frage, wie realistisch dieser Weg ist und wo seine Grenzen liegen.
Um Registrierungsanfrage wird gebeten unter: michael.scherer[at]ts.berlin
Programm
Veranstaltungsort: Publix, Hermannstraße 90, Konferenzraum, 12051 Berlin
14:00 Keynote (Dauer ca. 25-30min)
- Dr. Theresa Züger, HIIG, Forschungsleitung: Gesellschaftliche Werte, Transformation und KI
14:30 Panel 1 "Wer kontrolliert die KI des Staates" (Dauer 45min)
- Dr. Esther Görnemann, Weizenbaum Institut e.V., Referentin Forschungssynthesen
- Nicolas Zimmer, Technologiestiftung Berlin, Vorstandsvorsitzender
- weitere Speaker:innen folgen in Kürze
15:30 Panel 2 "Demokratische KI als Standortvorteil" (Dauer 45min)
- Dr. Benjamin Seibel, Technologiestiftung Berlin, Direktor CityLAB Berlin
- Dr. Matthieu Binder, iRights.Lab, Forschung und Projekte
- Bundesdruckerei (angefragt)
- weiter Speaker:innen folgen in Kürze
Ab ca. 16:30 Austausch & Ausklang auf der Terrasse.