Unternehmensdatenbank für Berlin
Berliner Verwaltungsalltag: Eine Fachabteilung will wissen, wie sich Berlins Wirtschaftsstandort verändert. Wie viele Unternehmen arbeiten an KI? Wie viele Spätis gibt es in Berlin? Die Suche nach passenden Kennzahlen führt bisher durch unterschiedliche Datenquellen. Sie dauert lange und liefert nicht immer dieselbe Antwort. Die Unternehmensdatenbank soll die Suche abkürzen und sämtliche Daten automatisiert zusammenführen.
- Zielgruppe
- Verwaltung, Unternehmen
- Thema
- Neue Technologien, Smart City
- Laufzeit
- Seit 2026
Was ist die Unternehmensdatenbank?
Mit der Unternehmensdatenbank entwickelt die Technologiestiftung eine Datendrehscheibe für Kennzahlen zum Wirtschaftsstandort Berlin. Daten aus unterschiedlichen Quellen sollen automatisiert zusammengeführt, vereinheitlicht, regelmäßig aktualisiert und in den Data Hub Berlin Prototyp integriert werden. Über ein Dashboard sollen Verwaltungsmitarbeitende die Daten später eigenständig abrufen, filtern, einordnen und für fachliche Entscheidungen nutzen können.
Die Unternehmensdatenbank richtet sich an die Berliner Verwaltung, besonders an Fachbereiche, die Kennzahlen zum Wirtschaftsstandort Berlin auswerten. An der Bedarfserfassung waren mehrere Referate der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH (Berlin Partner) beteiligt.
Die Anforderungen reichen von schnell erhobenen Kennzahlen für die Pressearbeit bis zu komplexen Anfragen aus dem Abgeordnetenhaus. Auch Zeitreihen und Berichte sollen perspektivisch leichter erstellt werden können.
Warum braucht Berlin eine Unternehmensdatenbank?
Wer den Wirtschaftsstandort Berlin steuern will, braucht verlässliche Kennzahlen. Die Ausgangslage ist anspruchsvoll: Die Datenlandschaft ist heterogen und teils veraltet. Große Unternehmen melden umfangreiche Angaben jährlich an das Handelsregister. Kleingewerbetreibende sind dort teils nicht eingetragen, erscheinen aber bei den Gewerbeämtern der Bezirke. Informationen zu Unternehmen liegen deswegen an verschiedenen Stellen, in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlicher Aktualität vor.
Die Unternehmensdatenbank soll diese Lücke schließen. Dafür analysiert das Projektteam die jeweiligen Datensätze und entwickelt eine Logik, mit der Daten automatisiert zusammengefasst und in eine einheitliche Form überführt werden können. So entsteht eine gemeinsame Grundlage für Kennzahlen, die bisher nur mit hohem Aufwand vergleichbar waren.
Wie werden die Unternehmensdaten eingeordnet?
Damit aus Daten belastbare Erkenntnisse entstehen, braucht es eine nachvollziehbare Klassifikation. Dafür werden die offizielle WZ-Systematik (Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025 (WZ 2025), berlinspezifische Branchencluster und ein Reifegradmodell, das auf einer Studie der Technologiestiftung basiert, herangezogen.
Die WZ-Systematik beschreibt Wirtschaftszweige nach amtlicher Klassifikation. Sie ist für viele Auswertungen unverzichtbar, stößt bei neuen Technologiefeldern aber an Grenzen. Branchenbezeichnungen können veraltet sein oder neue Tätigkeiten nicht präzise erfassen. Im Projekt wird deshalb untersucht, ob KI die Einordnung anhand öffentlich verfügbarer Unternehmensinformationen verbessern kann, etwa über Inhalte auf Unternehmenswebseiten.
Welche Rolle spielt KI bei der Unternehmensdatenbank?
Dynamische Entwicklungen lassen sich mit bestehenden Daten oft nur schwer erfassen. Das gilt etwa für KI-Technologien oder Deep-Tech-Branchen, deren Produkte und Geschäftsfelder sich schnell verändern.
Ausgangspunkt der Unternehmensdatenbank sind offiziell gemeldete Eckdaten wie Name, Rechtsform und Adresse eines Unternehmens. Für Aussagen zu angewandten Technologien oder thematischen Schwerpunkten, braucht es ergänzende Informationen.
Öffentlich verfügbare Inhalte, etwa auf Unternehmenswebseiten oder anderen Plattformen, können zusätzliche Hinweise liefern. Aus einer Liste von Unternehmen kann so ein genaues Bild entstehen: Wer ist in Berlin tätig? Woran arbeiten diese Unternehmen? In welche Richtung entwickeln sie sich? Dafür testet das Projektteam unter anderem Web-Scraping und KI-basierte Kontextualisierung. Ziel ist es, qualitative Zusatzinformationen von Webseiten nutzbar zu machen, ohne amtlich gemeldete Eckdaten durch ungesicherte Zuschreibung zu ersetzen.
Wie ist der aktuelle Stand zur Unternehmensdatenbank?
Der Kick-off und ein Workshop zur Bedarfserfassung mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Berlin Partner haben stattgefunden. Dabei wurden Bedarfe abgestimmt, Nutzendengruppen beschrieben und Nutzungsfälle erfasst. Außerdem entstand ein gemeinsames Verständnis dafür, woran der Erfolg der Unternehmensdatenbank gemessen werden soll.
Anschließend führte das Projektteam eine ausführliche Datenrecherche durch. Dabei entstand ein Gesamtbild dazu, wo, wann und in welcher Form Unternehmensdaten bei Behörden und Ämtern gespeichert werden. Das Team prüfte auch, in welchen digitalen Formaten die Daten bereits vorliegen oder künftig bereitgestellt werden können.
Für die technische Umsetzung ist der Data Hub Berlin vorgesehen. Er bietet Zugang zu Werkzeugen wie Hasura, Airflow und MinIO, mit denen Datenflüsse gestaltet und automatisiert werden können. Parallel arbeitet das Projektteam an ersten Konzeptskizzen für die Web-Oberfläche. Sie basieren auf den Nutzungsfällen aus den Workshops und sollen früh Feedback von Nutzenden ermöglichen.
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