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Ideenwürfel

Drei Würfel und etwas Platz – mehr braucht es nicht, um mit Menschen ins Gespräch über ihre Stadt und neue Technologien zu kommen. Schon ein einziger Wurf öffnet Perspektiven auf Mobilität, künstliche Intelligenz, Verwaltung oder das Zusammenleben im Kiez. Das interaktive Beteiligungsformat schafft einen spielerischen Zugang zu Themen, die im Alltag oft abstrakt bleiben.

Was sind die Ideenwürfel?

Die Ideenwürfel eignen sich als kreativer Einstieg in komplexe urbane Fragestellungen und machen technologische Themen leicht zugänglich. Anders als viele digitale Beteiligungstools bringen sie Menschen direkt vor Ort miteinander ins Gespräch und ermöglichen den unmittelbaren Austausch zwischen Bürger:innen und Verwaltung.

Die Ideenwürfel wurden bereits 2022 im CityLAB entwickelt und anschließend im Kiezlabor erprobt. Im Rahmen des Kooperationsprojekts Stadtlabor2Go hat das Team Digital Services das Format für die Stadt Wiesbaden 2026 so weiterentwickelt, dass andere Kommunen es übernehmen und an eigene Themen anpassen können.

Wie funktionieren die Ideenwürfel?

Drei Würfel, ein Mikro-Computer und ein Buzzer bilden den technischen Kern. In jedem Würfel ist ein Gyroskop-Sensor verbaut, der erkennt, welche Seite nach oben zeigt. Nach jedem Wurf verarbeitet der Mikro-Computer das gewürfelte Stadt-Thema und verknüpft es mithilfe Künstlicher Intelligenz mit einer Technologie und einer Zielgruppe. Nach dem Einloggen per Buzzer kann sich jede:r Spieler:in eine individuelle Zukunftsidee generieren und über einen Thermodrucker ausdrucken lassen.  

Das steckt hinter den Farben:

  • Der orangefarbene Würfel behandelt Stadtthemen wie Wohnen, Mobilität und Verkehr, öffentlicher Raum, Soziales oder Digitalisierung.
  • Der blaue Würfel richtet den Blick auf Zielgruppen, etwa Bürger:innen, zukünftige Generationen, Verwaltungsangestellte, Forschende oder vulnerable Gruppen.
  • Der beige Würfel ergänzt passende Technologien, darunter KI und Daten, Web und Apps, IoT und Sensorik, Mixed Reality oder interaktive Installationen.

Ein Beispiel: Mobilität & Verkehr + vulnerable Gruppen + IoT & Sensorik

Daraus kann die Idee eines barrierearmen Haltestellensystems entstehen, das freie Sitzplätze, Aufzugsausfälle oder Verspätungen in Echtzeit meldet.

Mit den Würfeln wollen wir zeigen, dass vor jedem Projekt eine kluge Komponenten-Architektur entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung ist. In der neuen Version setzen wir auf eine MQTT- statt Bluetooth-Verbindung, sodass die Würfel gemeinsam mit dem LTE-Router ein geschlossenes System bilden. Sie sind robust, mobil und dadurch flexibel einsetzbar.

Julia Zimmermann :
Bereichsleitung Digital Services

Die Ideenwürfel beim Einsatz im Kiezlabor 2023.
Aktuelle Version mit Ausdruck für das Zukunftswerk in Wiesbaden.

Das Spielprinzip liegt nicht im fertigen Ergebnis aus dem Thermodrucker. Entscheidend ist das Gespräch danach: Welche Idee ist sinnvoll, wer profitiert, was wäre problematisch?

Wo werden die Ideenwürfel eingesetzt?

Die Ideenwürfel holen Künstliche Intelligenz vom Bildschirm auf das (Spiel-)feld. Viele Debatten über KI starten abstrakt. Die Ideenwürfel drehen das um und beginnen bewusst niedrigschwellig. Das Format beginnt beim Alltag und öffnet von dort aus den Zugang zu Technik und tiefergehenden Gesprächen.

Das hilft besonders Städten und Kommunen mit Smart-City-Projekten, die Beteiligung anders denken wollen, aber auch Schulen oder offenen Werkstätten. Menschen ohne Vorwissen können sofort mitmachen und auch Fachbegriffe sind nicht nötig. Das Beteiligungsformat eignet sich für Foyers, Marktplätze, Workshops oder Festivals und funktioniert ohne lange Einführung.

 

Die Würfel sind ein echter Publikumsmagnet und stoßen bei den Bürgerinnen und Bürgern auf großes Interesse.

Zukunftswerk Wiesbaden

Wie geht es weiter mit den Ideenwürfeln?

Themen wie Stadtentwicklung, Mobilität, Klimaresilienz oder Bürger:innen-Services unterscheiden sich je nach Kommune. Die Ideenwürfel bieten dafür einen flexiblen Rahmen.

Sie werden aktuell im Zukunftswerk in Wiesbaden im Kontext von Stadtlabor2Go eingesetzt. Das Format wurde zuvor auf die Bedarfe der Stadt zugeschnitten.

Statt überall bei null zu starten, hat die Weiterentwicklung gezeigt, dass erprobte Werkzeuge zwischen Städten geteilt und individuell angepasst werden können. Das spart Zeit, Geld und Entwicklungsaufwand.

Auf der re:publica 2026 kommt eine weitere Variante gemeinsam mit kulturBdigital zum Einsatz. Die technische Weiterentwicklung von Hard- und Software übernimmt wieder das Team Digital Services.

Städte, Einrichtungen und Netzwerke mit Interesse am Format können gerne mit uns ins Gespräch kommen. Gemeinsam lässt sich prüfen, wie die Ideenwürfel lokal sinnvoll eingesetzt werden können.

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