Hinweis zum Projekt!

Dieses Projekt ist abgeschlossen.

  • Thema Reallabor
  • Thema Smart City

Deine emotionale Stadt als interaktive Karte für Berlin

Straßen, Parks, Plätze und Verkehrsräume prägen, wie Menschen sich bewegen und ihren Alltag wahrnehmen. Manche Orte beruhigen. Andere werden als belastend erlebt, etwa durch Lärm oder fehlende Rückzugsräume. Das Citizen-Science-Projekt „Deine emotionale Stadt“ untersucht diese Zusammenhänge im Stadtraum. Die Open Data Informationsstelle Berlin macht diese räumlichen Muster emotionaler Erfahrungen auf einer neuen, interaktiven Karte sichtbar.


Zielgruppe
Forschung, Zivilgesellschaft
Thema
Reallabor, Smart City
Laufzeit
2026

Wie fühlt sich Berlin im Alltag an?

Die interaktive Karte zum Forschungsprojekt Deine emotionale Stadt zeigt auf Grundlage von Citizen-Science-Daten, welche Orte in der Stadt mit Stress, Freude, Einsamkeit oder Energie verbunden werden.

Forschende der Charité Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, des Futuriums und des Interdisziplinären Forums Neurourbanistik e. V. erfassen dafür, wie Menschen unterschiedliche Orte in Berlin emotional erleben.

Die Kartenanwendung der Open Data Informationsstelle Berlin (ODIS) bereitet einen Teil dieser Daten räumlich auf. Sie zeigt aggregierte Muster auf Stadtebene und gibt damit Einblick in Fragen, die für Forschung und Stadtentwicklung, aber auch für öffentliche Diskussionen relevant sind.

Wie wurden die Daten für „Deine emotionale Stadt“ erhoben?

Die Datenerhebung erfolgte über eine Forschungsapp, die im Rahmen des Projekts Deine emotionale Stadt entwickelt wurde. Seit dem Start im August 2022 trug sie zunächst den Namen „Urban Mind“. Im März 2026 wurde sie zur App „Citizen Scientist“ weiterentwickelt und umbenannt.

Die Methode dahinter heißt Ecological Momentary Assessment, kurz EMA. Teilnehmende erhalten über sieben Tage dreimal täglich kurze Fragen auf ihr Smartphone. Sie beantworten diese direkt in ihrer aktuellen Umgebung. So entstehen keine rückblickenden Einschätzungen, sondern zeitnahe Angaben aus dem Alltag.

Erfasst werden unter anderem aktuelle Emotionen sowie Informationen zur jeweiligen Situation und zur wahrgenommenen Umgebung. Dazu zählen etwa Begrünung, soziale Situationen oder der Aufenthalt drinnen, draußen und im öffentlichen Nahverkehr. Zusätzlich können Teilnehmende Fotos ihrer Umgebung hochladen.

Was zeigt die Karte von „Deine emotionale Stadt“?

Die Karte zeigt keine Aussagen über einzelne Personen. Sie bündelt die erhobenen Angaben räumlich und stellt sie als aggregierte Tendenzen dar. So lässt sich erkennen, welche Orte in Berlin häufiger mit bestimmten emotionalen Zuständen verbunden werden.

Für die Darstellung entwickelte die ODIS eine interaktive Kartenanwendung. Sie macht die Daten zugänglich, ohne einzelne Messpunkte offenzulegen. Verschiedene Filter ermöglichen es, Emotionen und Umweltwahrnehmungen getrennt auszuwerten. So lässt sich etwa erkunden, an welchen Orten Menschen häufiger Stress oder Freude empfinden oder welche Bereiche sie als besonders überfüllt beziehungsweise angenehm wahrnehmen. Zusätzlich können Innenräume und Außenbereiche getrennt betrachtet werden. Orientierung bieten ausgewählte Landmarken wie das Brandenburger Tor. Die Ergebnisse laden dazu ein, Zusammenhänge zwischen Stadtraum und emotionalem Erleben neu zu betrachten.

Wie werden Datenschutz und Bildrechte berücksichtigt?

Die Daten werden pseudonymisiert erhoben und vor der Darstellung in der Karte anonymisiert. Exakte GPS-Koordinaten, Zeitangaben und soziodemografische Angaben werden entfernt. Die räumliche Darstellung erfolgt über größere Cluster in einem H3-Raster, das die Karte in grobe Flächen statt einzelner Punkte unterteilt. Einzelne Aufenthaltsorte erscheinen nicht in der Karte.

Die Fotos der Landmarken stammen nicht aus der App-Erhebung. Sie werden aus Wikidata und den dort verknüpften Medienquellen bezogen. Angaben zu Lizenzen und Autor:innen erscheinen im jeweiligen Bild-Popup der Karte.

Wie kann das Forschungsprojekt unterstützt werden?

Die Entwicklung der Kartenanwendung ist abgeschlossen. Das Forschungsprojekt kann weiterhin über die App „Citizen Scientist“ unterstützt werden. Die App ist im App Store und bei Google Play verfügbar.

Weitere Informationen zum Projekt bieten das Futurium und die Research Platform Neurourbanism. Der Quellcode der interaktiven Kartenanwendung steht als Open Source auf GitHub zur Verfügung.