Data Hub Berlin
Stauwarnungen, Luftqualitätsmessungen oder digitale Verwaltungsservices – viele Daten prägen unseren Alltag. Doch häufig liegen Daten nach Zuständigkeit in verschiedenen Ressorts, aber auch in unterschiedlichsten Formaten und Strukturen vor und sind so schwer nutzbar. Der Data Hub Berlin soll das ändern: Eine zentrale Plattform stellt die notwendige technische Infrastruktur für eine bessere Wertschöpfung der Berliner Datenschätze bereit.
Was ist der Data Hub Berlin?
Der Data Hub Berlin schafft eine digitale Infrastruktur für die Harmonisierung, Verarbeitung und Aufbereitung von Verwaltungsdaten. Mit diesem zentralen offenen System eröffnen sich nicht nur erhebliche Potenziale in der Verwaltungsarbeit, sie bietet auch die Möglichkeit, Open Data für Entscheidungsträger:innen oder die Öffentlichkeit verständlich aufzubereiten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer intelligenten datengetriebenen Stadt.
Wie geht der Data Hub Berlin vor?
Viele Städte entwickeln derzeit urbane Datenplattformen, um große, von Kommunen erhobene Daten aufzubereiten und zu nutzen. Diese Daten umfassen z.B. geografische Informationen, Echtzeitdaten, statistische Daten und viele weitere offene Daten aus Verwaltungsprozessen. Ziel ist es, diese Datensätze übergreifend auffindbar und nutzbar zu machen, Redundanzen zu vermeiden und sensible Daten zu schützen.
Wie können städtische Verwaltungen und verwaltungsnahe Akteur:innen Daten also effizient erheben, verarbeiten, teilen, präsentieren – und so auch für neue Lösungen nutzbar machen? Der Ansatz des Data Hub Berlin ist – wie bei anderen urbanen Datenplattformen – ein modular aufgebautes System aus Open Source-Komponenten, die im Zusammenspiel ihr Potenzial zeigen und unter anderem folgende aktuelle Herausforderungen angehen:
- Datenmanagement: Die Plattform bietet die Möglichkeit Verwaltungsdaten über Datenbanken zu verwalten. Dabei sollen standardisierte APIs die einfache Integration und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemenermöglichen. Weiterhin sollen im Land Berlin existierende, standardisierte APIs und Systeme durch die Plattform angeschlossen werden können.
- ETL-Prozesse und Datenpipelines: Wenn Daten aus mehreren Quellsysteme in ein Zielsystem übertragen werden, ist es oft sinnvoll, sie unterwegs zu transformieren, Der Data Hub bietet Werkzeuge an, um diese sogenannte ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load) durchzuführen, um die Datenqualität zu verbessern, Daten zu vereinheitlichen, oder anderweitig anzureichern.
- Visualisierungen und Kartenanwendungen: Eine zentrale Komponente des Data Hubs wird die Nutzbarmachung von Daten sein. Über verschiedene Werkzeuge wie Dashboard-Tools oder Kartenanwendungen sollen Daten visualisiert und leichter interpretierbar aufbereitet werden können.
Souveränität über Daten und Produkte
Bislang hat die Verwaltung Schwierigkeiten eigene Datenprojekte aufzusetzen und langfristig zu pflegen, oft mussten Dienstleister beauftragt werden. Mit dem Data Hub bleibt das Ownership in der Verwaltung, Daten können von der Verwaltung selbst aktualisiert, Karten und Dahsboards individuell auf direktem Wege angepasst werden. Dazu bietet der Data Hub ein Rechte- und Rollensystem, mit dem Zugänge verwaltet werden und so auch sensible Daten geschützt bleiben.
Dieser Ansatz ist vom Zusammenspiel verschiedener Komponenten abhängig. Es gibt bereits bewährte Lösungen für die wesentlichen Elemente, die zum Aufbau eines städtischen Datenmanagements benötigt werden. Die Herausforderung besteht darin, diese Bauteile zu einem funktionierenden System zu verknüpfen und parallel dazu die richtigen Strukturen, Prozesse und Kompetenzen in der Verwaltung zu entwickeln. Mit dem Data Hub lernt die Verwaltung, die in Daten innewohnenden Potenziale besser zu erkennen und nutzbar zu machen, technische Kompetenzen zu entwickeln und Governance-Modelle aufzubauen.
Erste Anwendungsfälle zeigen, wie die Infrastruktur genutzt werden kann:
- Akteur:innen im Sozialraum sichtbar machen – Soziale Träger und Initiativen in Berlin-Neukölln erfassen ihre Angebote eigenständig und stellen sie der Stadtplanung zur Verfügung.
- Datenbasiertes Monitoring in Bibliotheken – Ein Dashboard in der Stadtteilbibliothek Pankow unterstützt bei der Auswertung von Nutzung, Bestand und Zukäufen. Es wird damit zu einem zentralen Werkzeug, um künftig Bedarfserfassung und Makulatur datenbasiert zu vereinfachen.
- Digitale Bezirksregionenprofile – Datenbanken und Dashboard-Templates erleichtern die Erstellung und Fortschreibung der Bezirksregionenprofile.
Wie geht es weiter mit dem Data Hub Berlin?
Seit Beginn der Förderung im Februar 2025 sind wir mit den ersten Arbeitspaketen gestartet. Im Fokus steht zunächst den Betrieb und Aufbau der Datenplattform in Zusammenarbeit mit einem Dienstleister voranzutreiben. Ein weiterer Schwerpunkt im Zuge der zunächst auf ein Jahr ausgericheten Zuwendung liegt darin erste Use Cases gemeinsam mit mit Pilotnutzenden der Verwaltung zu definieren und umzusetzen, um die Datenplattform zu vertesten und ihre Möglichkeiten aber auch notwendige Weiterentwicklungsmöglichkeiten mit vorhandenen Daten und den jeweiligen Zielgruppen zu erkundenund zu evaluieren. Parallel dazu bauen wir eine Landing Page für den Data Hub sowie eine digitale Wissensbibliothek auf, um den Wissenstransfer und Kompetenzaufbau langfristig in die Breite zu bringen. Parallel machen wir uns Gedanken wie eine Data Hub Governance aussehen kann, sodass die Verwaltung perspektivisch den Data Hub effizient und zielorientiert als zentrale Dateninfrastruktur zum Leben erweckt.
Der Data Hub Berlin wird von der Technologiestiftung betrieben und ist Teil des von der Berliner Senatskanzlei geförderten Vorhabens „Aufbau einer urbanen Datenplattform und Umsetzung von Anwendungsfällen im Land Berlin“.
Gefördert von: