Klimaanpassungsgesetz beschlossen: Wie digitale Anwendungen schon heute zeigen, was jetzt Gesetz wird
Berlin wird grüner. Das Abgeordnetenhaus hat ein neues Klimaanpassungsgesetz verabschiedet, das der Stadt bis 2040 eine Million Bäume schenken soll – mehr als doppelt so viele wie heute. Damit reagiert Berlin auf zunehmende Hitzetage, Trockenperioden und versiegelte Quartiere. Was jetzt auf dem Papier steht, lässt sich in vielen Kiezen schon beobachten: Digitale Anwendungen wie „Gieß den Kiez“ und die „Berliner Erfrischungskarte“ zeigen, wie Klimaanpassung im Alltag aussehen kann – datenbasiert, offen und gemeinschaftlich.
Was das neue Gesetz vorsieht
Alle 15 Meter ein neuer Straßenbaum, dazu mehr Grünflächen, ein verbindliches Regenwassermanagement und stadtweite Hitzeaktionspläne: Das Gesetz soll Berlin widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen. Rund eine Million neue Bäume sollen in den kommenden 15 Jahren gepflanzt werden – ein ehrgeiziges Vorhaben, das Planung, Pflege und lokale Kenntnisse erfordert.
Wie Daten bei der Umsetzung helfen können
Unsere Beteiligungsplattform Gieß den Kiez macht sichtbar, wo die Stadt bereits grünt – und wo Hilfe nötig ist. Mehr als 900.000 Berliner Straßenbäume sind dort digital erfasst, mitsamt Wasserbedarf und Standortdaten. So können Freiwillige gezielt gießen, Nachbarschaften ihre Umgebung mitgestalten und Verwaltung und Stadtgesellschaft auf denselben Daten arbeiten.
Die Berliner Erfrischungskarte ergänzt diese Perspektive mit Echtzeitdaten zu Schatten, Kaltluft und öffentlichen Erfrischungsorten. Wer an heißen Tagen kühle Wege sucht oder Erholungsorte finden möchte, entdeckt hier, wie sich die Stadt auch im Sommer lebenswert halten lässt.
Ein dritter Baustein ist die digitale Berliner Luftkarte. Sie zeigt flächendeckend, wie sauber die Luft in Berlin ist: von Stickstoffdioxid bis Feinstaub, berechnet auf einem Raster von 50 mal 50 Metern. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt entwickelt, macht sie Luftqualität transparent und zeigt, wo Handlungsbedarf besteht.
Offene Daten für ein widerstandsfähiges Berlin
Das neue Gesetz schafft einen verbindlichen Rahmen für mehr Grün, bessere Luft und kühlere Städte. Unsere Projekte zeigen, wie offene Daten helfen, diese Ziele mit Leben zu füllen. Ob Straßenbäume, Schatten oder Luftqualität – wenn Umweltinformationen öffentlich zugänglich und verständlich aufbereitet sind, wird Klimaanpassung nicht nur messbar, sondern auch mitgestaltbar.