OER in Deutschland 2014-2016

OER in 2016: Offenheit setzt sich durch

Seit 2014  werden systematisch Daten zur Umsetzung von OER in Deutschland erhoben. Die Ergebnisse der diesjährigen Anschlusserhebung erhärten den Verdacht: Offene Bildungsmaterialien setzen sich durch!

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl positiver Ereignisse im OER-Ranking von 97 auf 120 (von insgesamt 224) gestiegen. Somit sind zum ersten Mal mehr als die Hälfte der OER-Indikatoren positiv bewertet. Auch finden sich zum ersten Mal durchgehend zutreffende Kategorien: Zum einen informieren in allen Ländern öffentliche Einrichtungen zum Thema OER. Zum anderen finden sich in allen Bundesländern OER-Fortbildungen für LehrerInnen.

Fast überall Zuwächse

Den größten Zuwachs zum Vorjahr (+4) verzeichnen die Kategorien „Landeseigenes OER Portal“ sowie „Angebot von Lehr und Lernmaterialien unter offenen Standardlizenzen“. Im Ranking der Länder konnte sich in 2016 Hamburg (13 positive Kriterien) vor Baden-Württemberg und Berlin (beide 11) schieben. Ebenfalls zur Spitzengruppe gehören Brandenburg und Nordrhein-Westfalen (beide 10). Am meisten Entwicklungspotenzial für OER findet sich hingegen in Sachsen (3) und Mecklenburg-Vorpommern (4).

Auffällig ist, dass die Kategorien „Unterstützung durch Koordinierungsstelle“ (1) sowie “Verzeichnet in OER Policy Registry” (0) auch in diesem Jahr beinahe durchgehend negativ beantwortet wurden. Erste Policy Registries zu OER erschienen international im Jahr 2013. Im Zeitverlauf haben sich diese jedoch weder international noch in nationalen Kontexten als populäres Instrument durchgesetzt. In Deutschland verfügt Hamburg über die bisher einzige Koordinierungsstelle für OER. Am Beispiel Hamburgs lässt sich erkennen, dass prinzipiell ressourcenintensive Koordinierungsstellen eher als Resultat von, denn als Bedingung für verstärkte OER Aktivitäten entstehen. Es scheint möglich, dass auch in den anderen Ländern der Spitzengruppe zeitnah Koordinierungsstellen eingerichtet werden, um bisherige OER Aktivitäten in einer übergeordneten Strategie zu bündeln.

Blick in die Zukunft

OER ist in allen Bundesländern angekommen, oft jedoch als nur wenig koordiniertes Phänomen. Für die Zukunft gilt es daher zum einen vorbildhafte Projekte zwischen den Bundesländern zu übertragen und zum anderen existierende Initiativen pro Bundesland stärker zu koordinieren. Wichtige Instrumente scheinen hierfür die Fortführung von netzwerkbildenden Veranstaltungen auf Ebene von OER-Praktikern (z.B. OERcamp 2016), sowie eine stärkere institutionelle Unterstützung von Seiten der Politik (z.B. OER Projektbeschluss des Berliner Abgeordnetenhauses).

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Dieter Müller
Dr. Dieter Müller
Empowerment & Capacity Building Leitung
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