Das Internet of Things (IoT)

Mit dem Internet of Things (ioT) hat die Digitalisierung eine neue Phase erreicht. Maschinen und Alltagsgegenstände werden mit Mikroprozessoren und Sensoren oder Aktoren ausgerüstet. Sie sind mit dem Internet verbunden und melden ihre Betriebsdaten oder Informationen über ihr Umfeld weiter. Die vernetzten Dinge empfangen Steuerbefehle oder Daten anderer Geräte. Sie verarbeiten diese entweder selbst und treffen auf deren Grundlage dezentral Entscheidungen, die sie wiederum ins Netz melden, oder sie werden aus dem Netz zentral gesteuert. 

Dies wird zu einer weiteren Automatisierung der Produktion führen, in der Maschinen mit anderen Maschinen „intelligent“ und ohne menschliches Zutun interagieren. Auch die Produkte werden anders. Wir kennen das schon vom Telefon, das sich zu einem leistungsfähigen Computer entwickelt hat, der Wegbeschreibungen und Wettervorhersagen liefert, und mit dem man außerdem telefonieren kann. Für den Nutzer bedeutet IoT mehr Effizienz, mehr Leistung, mehr Komfort. Für Forschung und Entwicklung bedeutet es unendliche Möglichkeiten, aber auch die Notwendigkeit, neue Konzepte zu entwickeln. 

In den letzten Jahren ist eine Vielzahl von Studien zu den IoT-Märkten erschienen. Da unterschiedliche Untersuchungen in diesem recht neuen Gebiet meist auch mit unterschiedlichen Definitionen von IoT arbeiten, geben sie Marktgröße und Marktwachstum auch recht unterschiedlich an. Alle Autoren prognostizieren jedoch erhebliches Wachstum und erhebliche Marktgrößen. eco, Verband der Internetwirtschaft und Arthur D. Little prognostizieren Ende 2017 für den deutschen IoT-Markt ein Marktvolumen von knapp 17 Mrd. € in 2022 und ein jährliches Wachstum von 19% für das Segment „Industrial Internet“ mit Schwerpunkten bei Automobilwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau. Studien, die das Segment Smart Home und andere Consumer IoT betrachten, nennen etwas geringere Marktvolumina verbunden mit deutlich höheren Wachstumsprognosen. 

Die Technologiestiftung greift das Thema mit Publikationen, mit der Initiierung von Netzen, mit Bildungsmaterialien und mit ausgewählten Showcases auf. Wir zeigen damit nicht nur, wer in Berlin IoT-Anwendungen entwickelt, welche Anwendungsbereiche im Fokus der Berliner Unternehmen stehen und welche Bedeutung das Thema für Forschung und Entwicklung in Berlin hat. Mit Showcases und Hardware für LoRaWAN geben wir auch konkrete Hilfen zum Einstieg in das Thema.

Mehr Informationen

Ergebnisse

Unser Report IoT in Berlin (2017) nennt Zahlen, Daten und Fakten zur Berliner IoT-Szene: Wer sind die Berliner IoT-Unternehmen? Woran arbeiten sie? Wo steht Berlin im Vergleich?

Unser Report IoT in der Praxis (2017) zeigt, wie man sich als Unternehmen das IoT erschließt. Drei erfahrene Entwickler*innen berichten über ihre Projekte und Erfahrungen.

Aktivitäten

Die Technologiestiftung zeigt, wie man LPWANs nutzt. Das sind Netzwerktechnologien für das IoT, mit denen man die geringen Datenmengen der IoT preiswert und einfach in eine Cloud bzw. eine Anwendung übertragen kann. LPWANs sind extrem energiesparend und deshalb geeignet für den Solar- oder Batteriebetrieb, außerdem haben sie hohe Reichweiten, damit man mit wenig teuren Basisstationen (Gateways) auskommt. Da es für diesen Standard ein frei nutzbares Netz gibt, dem sich jedermann anschließen kann, hat sich die Technologiestiftung entschlossen, für ihre Aktivitäten den Standard LoRaWAN und das Community-Netz von TheThingsNetwork zu nutzen.

Wir zeigen mit den nachstehenden Aktivitäten, wie sich jedermann das IoT erschließen kann.

  • Hosting der Berliner TTN-Community: Seit 2017 ist die Technologiestiftung im Rahmen ihrer LoRaWAN-Treffen regelmäßig Gastgeber der Treffen der Berliner Community von The Things Network, die sie auch mit initiiert hat.
  • Als Bildungsmaterial für IoT-Interessenten entwickelt die Technologiestiftung eine IoT-Edition ihrer Hackingbox und stellt sie ab 2018 für Experimente zur Verfügung.
  • Um möglichst vielen Bürgern Experimente mit LoRaWAN zu ermöglichen, hat die Technologiestiftung in 2017 mit Unterstützung ihres Fördervereins 6 neue Outdoor-Gateways an Interessenten verlost, die Standorte über den Dächern Berlins mitgebracht haben. 
  • Mit Sense10 hat die Technologiestiftung den Prototyp eines Sensors für die mobile und geocodierte Messung von Feinstaub präsentiert.
  • Mit „klare Sicht am Kupfergraben“ haben Studierende der Beuth-Hochschule mit unserer Unterstützung gezeigt, dass LoRaWAN sich hervorragend für citizen science mit selbst gebauter Sensorik eignet. Code und Dokumentation sind hier einsehbar.
  • Für LoRaWAN-Sensorik auf Arduino-Basis, ein Frontend für einen Abstandssensor und ein Backend für IoT-Daten stellt die Technologiestiftung öffentlich Code bereit.

Christian Hammel
Dr. Christian Hammel
Innovation Policies & Research Leitung
E-Mail schreiben +49 30 209 69 99 30