Innovationsmonitoring 2014

 

 

Rund 3,6 Mrd. Euro fließen in Berlin jährlich in  Forschung und Entwicklung. Dabei geht mit 77 Prozent ein überdurchschnittlich großer Anteil der Ausgaben in Forschung und Entwicklung an Spitzentechnologien und wissensbasierte Dienstleistungen. Bemerkenswert ist das Engagement der kleinen und mittleren Unternehmen Berlins mit bis zu 49 Beschäftigten. Sie tragen rund 40  Prozent der insgesamt 1,4 Milliarden Euro, die die Berliner Wirtschaft beiträgt, während kleine und mittlere Unternehmen im bundesweiten Vergleich nur mit rund 20 Prozent an den  Forschungs- und Entwicklungsausgaben beteiligt sind. Zahlen wie diese sind dem Innovationsmonitor der Technologiestiftung Berlin zu entnehmen, den der TSB-Vorstandsvorsitzende Nicolas Zimmer heute gemeinsam mit der Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, vorstellte.

Der TSB-Innovationsmonitor zeichnet das Bild des Innovationsstandortes Berlin, das geprägt ist von einer überdurchschnittlich hochqualifizierten Einwohnerschaft, einem im Vergleich sehr großen Engagement der kleinen und mittleren Unternehmen für Forschung und Ent-wicklung sowie einem deutlichen Schwerpunkt auf Spitzentechnologien und wissensbasierten Dienstleistungen.

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer: „Berlin hat in den letzten Jahren nachhaltige Strukturen ausgebildet, die besonders innovationsfördernd sind. So sind rund ein Drittel der innovativen Berliner Unternehmen an Kooperationen beteiligt, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Im Bundesgebiet arbeitet nur ein Viertel der Unternehmen in entsprechenden Netzwerken oder Partnerschaften. So wird die typische Berliner Wirtschaftsstruktur, die zu-nächst als Standortnachteil galt, immer stärker zu einem echten Standortvorteil.“

TSB-Vorstandsvorsitzender Nicolas Zimmer: “Das Innovationsmonitoring der TSB belegt, dass sich Berlin zur Hauptstadt für wissensintensive, technologieorientierte Branchen entwickelt und immer innovativer wird. Ein Indikator hierfür ist, dass 60 Prozent der Berliner Un-ternehmen zwischen 2010 und 2012 neue Produkte eingeführt haben. Im Bundesdurchschnitt beträgt der  Anteil der Unternehmen  mit neuen Produkten nur rund 50 Prozent.“

Viele Indikatoren weisen darauf, dass die positive Entwicklung Berlins sich fortsetzen wird. Gemeinsam mit Hamburg liegt Berlin in der deutschen Gründungsstatistik vorne. Nimmt man alleine Hightech-Gründungen kann Berlin sich sogar vor Hamburg an die Spitze setzen. Hier wurden 2012 929 originäre wirtschaftsaktive Hightech-Unternehmen gegründet. Auch ist die Stimmung gut. Einer Umfrage zufolge, die die TSB 2013 beim ZEW (Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) in Auftrag gab, planen die Hälfte der Berliner Unternehmen 2014 weitere Innovationsaktivitäten. Im Bundesdurchschnitt sind es 42 Prozent.

Zum Profil passt, dass Berlin auch die Hauptstadt der Hochqualifizierten ist. 53,3 Prozent der Erwerbstätigen – das sind 1,2 Millionen Menschen - haben einen Hochschulabschluss oder arbeiten in einer Position, die eine vergleichbare Qualifikation voraussetzt. Über 30.000 Menschen sind in Berlin alleine in Forschung und Entwicklung tätig. Dabei spielt die For-schung der öffentlichen Hand in der Bundeshauptstadt eine überdurchschnittliche Rolle. Rund 60 Prozent der Berliner Forscher arbeiten an Forschungsinstituten oder Hochschulen, rund 40 Prozent in der Wirtschaft. Im Bundesdurchschnitt ist das Verhältnis genau umgekehrt. Außerdem werben die Berliner Unternehmen erfolgreich um öffentliche Gelder. Der Anteil der innovativen Unternehmen, die  öffentliche Förderung für Forschung und Entwicklung, erhalten liegt in Berlin mit 35 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt, wo er 25 Prozent ausmacht.

Wie erfolgreich die Berliner Unternehmen Unterstützung einwerben, zeigt auch eine andere Zahl: Rund ein Drittel des Wagniskapitals für ganz Deutschland in Höhe von 180 Millionen Euro floss 2012 nach Berlin. 80 Prozent der Summe ging an Unternehmen der Internetbranche.  Auch in der Außenhandelsbilanz Berlins schlägt sich die Bedeutung von Innovationen und Spitzentechnologie für den Standort nieder.  2012 exportierten Berlins Unternehmen High-tech-Waren im Wert von 7,6 Milliarden Euro. Damit wurde jeder zweite Euro, den Berlin im Ausland umsetzte, mit Spitzentechnologien und wissensbasierten Dienstleistungen erzielt.

Um die Entwicklung weiter zu verstärken, empfiehlt der Innovationsmonitor neben der Pflege junger Talente, die in Berlin studieren und am Standort gehalten werden sollten, ins besondere die Internationalisierung der kleinen und mittleren Unternehmen weiter zu unter-stützen und Venture Capital für die Unternehmen am Standort einzuwerben.