Wie Corona den Datenverkehr verlagert

Homeoffice als Regel-Arbeitsform: An der Statistik unserer Freifunk-Router deutlich zu erkennen.

Die Technologiestiftung betreibt seit Jahren mehrere Freifunk-Router. Nicht nur, um in unseren Seminarräumen WLAN anbieten zu können, sondern auch, um unseren Gästen die Vorteile freier Netzwerke zu zeigen – man muss niemanden um Erlaubnis bitten und ein Logging persönlicher Daten findet nicht statt. Freifunk Berlin ist ein gutes Beispiel sowohl für Bildung – wer mitmacht lernt eine Menge darüber wie Router und Netze funktionieren – als auch für den emazipatorischen Gehalt von IT – wer mitmacht, lernt, selbst zu machen, statt fertige Angebote zu konsumieren.

Die Router führen eine Statistik über ihre Auslastung. Übrigens ohne personenbezogene Daten zu loggen, dafür reicht es, den Verkehr auf einer Schnittstelle zu kennen. Diese Statistiken zeigen recht deutlich, dass in der Technologiestiftung jetzt Homeoffice die Regelarbeitsform ist.

Lag bis Donnerstag, 19.03., in der Technologiestiftung die Datenrate noch bei knapp 0,6 Mbit/s (im Monats-Durchschnitt und ohne die dienstlichen Daten, die nicht über die Freifunk-Router laufen), ist sie seitdem auf gerade mal 0,1 Mbit/s gefallen. Es ist einfach fast niemand mehr da, der Veranstaltungen besucht, seine private Mail abfragt oder seine privaten Social Media checkt. Nur am Donnerstag hat sich anscheinend ein Mensch oder ein Rechner kurz Updates geholt.

 

Das umgekehrte Bild zu Hause: Bei meinem eigenen Freifunk-Router, der seit Schließung der Geflüchteten-Unterkunft in meiner Straße nur noch sehr sporadisch überhaupt einen Nutzer hat, ist die Datenrate von so-gut-wie-nichts auf knapp 0,1 Mbit/s gestiegen (ohne meine eigenen Daten) und es gibt wieder regelmäßig 2-3 Nutzer. Dank Flatrate mit deutlich höherer Kapazität wäre noch Luft nach oben. 8 bis 12 Mbit/s und um 90 gleichzeitige Nutzer schafft sogar ein billiger SoHo-Router, durch einen VPN-Tunnel zu schaufeln.