So kommen taube und hörende Menschen zusammen

In der Offenen Werkstatt im Februar und März widmen wir uns einer für unsere Sinne verborgenen Welt: Zahlreiche Signale tanzen wild und unbeachtet von Augen oder Ohren um uns herum. Wie sprechen Geräte eigentlich miteinander? Können Übertragungsprotokolle wie WLAN, Bluetooth oder LoRaWAN Inspiration für Kommunikation zwischen Menschen sein, die sich aufgrund von Sprach- oder Gehörbarrieren nicht auf Anhieb verstehen?

Ein Erlebnisprotokoll des ersten Teils des Workshops im Februar von Sara Reichert, Werkstattleitung der Werkstatt im CityLAB.

Warum will man überhaupt mit anderen ins Gespräch kommen?

Dr. Daniel Wessolek beweist mit dieser Frage eine gewisse Nähe zu meiner Berufsgruppe: den Ingenieuren. Er ist Interaktionsgestalter und leitet unter anderem im Team von Prototypes for Europe das Projekt OPENNEXT.

Thomas Miebach ist Interfacedesigner und nimmt momentan am Frontrunners Leadershipprogramm in Dänemark teil.

Ich bin in der Technologiestiftung mit der Entwicklung von Open Source Hardware und Open Educational Resources beschäftigt und fungiere als Adapter zwischen spezialisierter Technikwelt und allen anderen.

Wie startet man einen Dialog?

Man startet Raketen, Motoren, Computer. Es tut sich was, wenn‘s im Kabel strömt. Wie ist es mit uns Menschen? Wie startet man da etwas?

Unsere ersten Worte bei „Signal“ waren:

Thomas: „super.“
Daniel: „Ich bin T-Tennis spielen in der Sonne.“
Sara: „Medaillenemoji“

Sport und Wetter sind grundsätzlich gute Einstiegsthemen! Was tun, wenn weder Worte, gleiche Sprache noch ein gemeinsamer Raum da ist? Wie kann die Technik helfen? Ziel der offenen Werkstatt ist es, mit einfachen Bauteilen Kommunikationshilfen zu bauen.

Starte etwas! Das versteht der technisch interessierte Maker!

Was machen eigentlich Interaktionsgestalter und Interfacedesigner?

Daniel meint: „Interaktionsgestaltung ist weiter rausgezoomt als die Rolle des Interface Designers.“

Er möchte Spielzeuge, die für Hörende gemacht sind, barrierefreier gestalten wie z.B. das Tiptoi. Mit einfachen Hacks, die er in der offenen Werkstatt vorführt, ist das möglich.

Thomas zeigt in einem Video, wie die Frontrunners Werkzeuge für einen besseren Dialog mit Hörenden erarbeiten. Darunter sind Kommunikationskarten, versteckte Kamera und Lunch Games. Ein weiteres Video zeigt ihn beim Gebärden der Einladung zur offenen Werkstatt. Ich habe es mir mindestens 10 Mal angesehen. Warum es fesselnd ist, kann man hier sehen:

Unkonventionelle Einstiegsmöglichkeit ins physical computing

Mittels Hardware wie Mikrocontroller, Display, mp3 Player, dtmf Modul finden wir Ideen, die wir nächsten Termin vergegenständlichen wollen. Darunter eine Art Theremin mit Sound sowie Licht am Output und die von Thomas entwickelten Dialogkarten als digitale Version. Wer mit physical computing in unkonventionellem Rahmen einsteigen möchte, ist hier unbedingt richtig!

Verführerisch unmittelbar fühlt sich die gemeinsame virtuelle Zeit an.

Ein Start! Starten wir weiter!

Wer Lust hat, beim nächsten Workshop am 26.3.2021 dabei zu sein, kann sich hier anmelden.

Die Werkstatt im CityLAB ist das Angebot der Technologiestiftung Berlin an die Stadtbürger*innen, an beispielhaften Bildungsprojekten zusammenzuarbeiten und die Inhalte in Form von Veranstaltungen, frei lizenzierten Bildungsmaterialien und Implementierung im Stadtraum nach außen zu tragen.