Saisonstart für Gieß den Kiez

Nach dem Frühjahrsputz startet Gieß den Kiez in die Saison. Interview mit Projektmanagerin Julia Zimmermann, die im CityLAB Berlin das Gieß den Kiez-Projekt leitet.

Am letzten Freitag, pünktlich zum Tag des Baumes, gab es bei Euch ein „Angießen“ und schöne Gießkannen für alle, die im CityLAB am Platz der Luftbrücke vorbeigeschaut haben. Ist damit die Saison 2021 für die Seite www.giessdenkiez eröffnet?

Julia Zimmermann: Ja, Straßenbäume und ihr Wasserbedarf werden vermutlich auch in diesem Jahr ein Thema werden. Wir sind darauf vorbereitet, haben in den letzten Wochen viel Zeit investiert und in zwei Sprints an der Seite gearbeitet.

Zum einen haben wir einen Refactor-Sprint zum Quellcode gemacht. Das war so eine Art Frühjahrsputz, bei dem wir den Code aufgeräumt haben. Als wir die Seite im vorigen Jahr entwickelten, wurde nämlich die ein oder andere Schleife gedreht, gedanklich und technisch. Das hat sich im Code widergespiegelt und ihn unübersichtlicher und das Handling langsamer gemacht als nötig. Da war eine Überarbeitung sinnvoll und sie hat viel Spaß gemacht, weil wir mit Lucas Vogel einen neuen Developer mit frischem Blick und viel Know-how im Team haben. Zusammen hat dann das gesamte Dev-Team an der Lösung gearbeitet. Aktuell arbeiten wir am zweiten Sprint und fixen die letzten Bugs. Der Fokus liegt vor allem auf den Filtern, dem Niederschlagsdiagramm und der Eignung für noch mehr Endgeräte und solche Themen.

In Zukunft wird es noch mehr Spaß machen, mit unserer Seite zu arbeiten – den Techies genauso wie den Leuten, die sich um ihre Bäume kümmern und ihre Gießungen teilen wollen.

Ist die Entwicklung der Seite für 2021 damit erst mal erledigt?

Julia Zimmermann: Es gibt einen Aspekt, den ich in diesem Jahr unbedingt weiterentwickeln möchte. Berlin und hier vor allem die Straßen- und Grünflächenämter mit ihren Aktivitäten sind zurzeit noch nicht hinreichend auf der Seite sichtbar. Wir sind mittlerweile mit der Senatsverwaltung und deren Geschäftsstelle, dem Grünflächeninformationssystem (GRIS), im Gespräch darüber, in welcher Form wir die entsprechenden Informationen bekommen und in Form von sogenannten „Caretaker-Labeln“ weitergeben können. Die Ämter gießen und pflegen die Straßenbäume ja bereits ausgiebig.

Diese Ergänzung wäre Dir also wichtig. Was wünscht Du Dir denn ansonsten für die Zukunft?

Julia Zimmermann: Ein Teil meiner Wünsche ist gerade in Erfüllung gegangen. Am Tag des Baumes ist mit Leipzig gießt eine Seite online gegangen, die auf unserem Code aufbaut. Zu verdanken ist die App unter anderem der Stiftung Ecken wecken und Jörg Reichert, einem fleißigen ehrenamtlichen Coder auf der Leipziger Code-for-Szene. Darauf bin ich sehr stolz.

Schon jetzt zeigt sich, dass solche städteübergreifenden Initiativen, die Open Source-Projekte möglich machen, eine echte Bereicherung darstellen. Die Leipziger haben beispielsweise kurzer Hand eine Android-App für ihre Seite entwickelt. Wir sind hier im Berlin sehr neugierig darauf und wollen uns anschauen, ob das auch für uns interessant ist. Wir freuen uns einfach, dass wir uns nun gegenseitig inspirieren und weiterbringen können.

Gemeinsam mit den Leipziger*innen haben wir deshalb auch einen bundesweiten Baumtisch gegründet, bei dem wir einen aktiven Austausch starten können. Wir werden dort gemeinsam Ausschreibungen, Feature Request und Literatur auswerten.  -Vielleicht kann man ja eine Förderung akquirieren, die eine umfassende Weiterentwicklung der App ermöglicht.

Wir würden uns sehr freuen, wenn weitere Städte und weitere Initiativen dazukommen würden. Anfragen gibt es bereits. Am 12.05. bieten wir für Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, ähnliche Angebote aufzusetzen, und für mögliche Partner*innen von Gieß den Kiez, die die Seite ergänzen wollen, einen Workshop an, mit einem thematischen Teil – Informationen rund um die Themen Open Source und Stadtbäume – und einem technischen Teil, bei dem es Back- und Frontend geht.