„Positive Erfahrung“

Von Mitte Februar bis Anfang Mai machten die beiden Studentinnen Siham Saleh und Nour Takriti von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ein Praktikum in der Werkstatt@CityLAB und damit auch beim Bereich Empowerment & Capacity Building. Die beiden studieren Gesundheitselektronik und schreiben anschließend ihre Bachelorarbeit. Ein Interview über ihre Zeit bei uns und Frauen in der Technik.

Eure Zeit bei uns ist wegen der Corona-Pandemie bestimmt ganz anders verlaufen als geplant, oder?

Siham Saleh und Nour Takriti: Ja, am Anfang im Februar konnten wir zusammen mit Freifunk noch eine Offene Werkstatt durchführen und auch eine ziemlich beeindruckende Exkursion zum TuWaS!-Zentrum an der FU machen. Das hat uns Anregungen für die Entwicklung eines Warenwirtschaftssystems für das Management der Hacking Box gegeben.

Wir haben für die Leute im CityLAB auch mal gelötet oder Kabel getrimmt. Das ging dann ab Mitte März alles nicht mehr. Aber während einige unserer Kommiliton*innen ihre Praktika abbrechen mussten, ging es für uns weiter und zwar mit genauso viel Unterstützung wie vorher. Das fanden wir super.

So konnten wir die Zeit weiter nutzen, um an unserem Praktikumsprojekt zu Biosensoren zu arbeiten. Die Aufgabe bestand darin, einen Biosensor zu entwickeln, der Emotionen messen kann. Ausgelöst wurde das Ganze durch die Überlegung, dass man Emotionen beim Lesen messen und dazu eine „Offene Werkstatt“-Veranstaltung machen könnte - die ja nun wegen Corona ins Wasser fiel.

Die Aufgabe gab uns die Gelegenheit, unser naturwissenschaftlich-medizinisches Wissen anzuwenden. Wir haben recherchiert, was Emotionen genau sind und was sie im Körper bewirken. Dann konnten wir unser elektrotechnisches Know-how umsetzen: Wenn Angst beispielsweise Herzklopfen und Schweißausbrüche auslöst: Wie kann man das messen? Was für Sensoren können wir einsetzen, um die Messungen vorzunehmen? Ebenfalls ziemlich wichtig für die Praxis waren auch die wirtschaftlichen Kalkulationen. Wie teuer sind die verschiedenen Sensoren? Wie können wir die Kosten senken?

Sara aus der Werkstatt hat uns gute Tipps gegeben, wir haben uns über Slack organisiert, regelmäßig auch telefoniert und am dem wöchentlichen Videocalls des Bereichs Empowerment & Capacity Building teilgenommen. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, denn mit unseren Sensoren kann man Körperdaten und Schwankungen ermitteln. Wir stellen unser Projekt am 15. Mai bei einer Live-Schaltung in der HTW vor und sind schon sehr gespannt auf die Reaktionen.


Für Eure Präsentation alles Gute! -Und wie geht es danach für Euch weiter?

Siham Saleh und Nour Takriti: Wir planen beide, einen Master zu machen, aber wenn sich was anderes ergibt, sind wir auch offen…. Wir würden gerne zeigen, was wir können und vor allem, dass auch Frauen in solchen Berufen sehr erfolgreich sind.

Als wir uns auf die Suche nach dem Praktikumsplatz gemacht haben, hatten wir durchaus Probleme. Es kamen viele Absagen. Um so cooler, dass wir dann so viel Glück hatten mit unserem Praktikum. Das war eine sehr positive Erfahrung für uns, die wir gerne mitnehmen für unsere Zukunft.