Jahresrückblick 2016

Digitalen Wandel gestalten – wie geht das eigentlich? Zwischen den Jahren schauen wir zurück und stellen Projekte, Veranstaltungen und Studien vor, die wir 2016 durchgeführt haben, um Chancen zu zeigen, Bestandsaufnahmen zu liefern, Handlungsempfehlungen zu geben, zu informieren und manchmal auch, den Spaß zu vermitteln, den die Arbeit zu diesem Thema macht.

Das waren unsere Highlights – und jeden Wochentag kommt eines hinzu:

Treffpunkt WissensWerte

Schön ist, wenn Experten verstehen, wovon sie reden. Noch schöner ist es, wenn auch die interessierte Öffentlichkeit versteht, womit sich Wissenschaftler*innen und Technolog*innen beschäftigen. Schließlich fließen eine Menge Steuergelder in den Wissenschafts- und Technologiebereich! Außerdem setzen sich die technologischen Entwicklungen viel schneller durch, wenn alle verstanden haben, worum es geht und die Chancen sehen, die mit den Innovationen verbunden sind.

Deshalb veranstalten wir gemeinsam mit Inforadio regelmäßig die Treffpunkte WissensWerte, die Technologiethemen verständlich vermitteln. 2016 wurde im Rahmen dieser Veranstaltungen zum Beispiel zu Einsteins Relativitätstheorie, zu vernetztem Verkehr und zu Big Data und Weltraum diskutiert. Die Podcasts unserer Veranstaltungen findet man in unserer Bibliothek.

Open Educational Resources

Logo OER, by Markus Büsges (leomaria design) für Wikimedia Deutschland e. V., CC-BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Offenheit setzt sich durch! Unter dieser Überschrift haben wir im August aktuelle Zahlen zum Umgang mit frei verfügbaren digitalen Unterrichtsmaterialien (Fachbegriff Open Educational Resources = OER) veröffentlicht und damit unser Benchmark von 2014 fortgeschrieben.

Sehr erfreulich ist, dass die Entwicklung bundesweit deutlich voranschreitet. Mittlerweile ist nicht mehr die Frage, ob sich OER im deutschen Bildungswesen durchsetzen wird, sondern welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote gemacht werden müssen, damit die Schulen und Hochschulen OER so einsetzen können, wie es für die jeweiligen Nutzer*innen sinnvoll ist.

Das freut uns sehr, weil mit OER viele Chancen verbunden sind: grenzenloses Lernen, andere Möglichkeiten, Grundlagen zu teilen und weiterzuentwickeln.

Berliner Venture-Capital-Report

Über 2 Milliarden € – das ist mehr als der Berliner Haushalt für Investitionen auswies – haben Venture Capital-Geber 2015 in Berlin investiert. Diese Zahl zeigt die Bedeutung, die Venture Capital mittlerweile für Berlin hat.

Der 1. Berliner-Venture-Capital-Report, den wir im September vorgestellt haben, zeigt, wofür das Geld gegeben wird, welche Branchen besonders profitieren und vergleicht die Zahlen mit denen anderer Städte in Deutschland

Minecraft

Aus Open Data Produkte entwickeln? Nicht jedem ist gleich verständlich, wie das funktionieren soll. Vor einiger Zeit hatten wir ausgerechnet, dass eine konsequente Open Data-Strategie Berlin in den nächsten Jahren volkswirtschaftlich gesehen über 30 Millionen Euro bringen würde.

Jetzt haben wir gemeinsam mit dem Partner con terra aus den Daten des Berliner Stadtmodells aus dem Berlin Location Center eine Minecraft-Karte von Berlin erstellt. Sie zeigt: Aus offenen Daten kann man zum Beispiel eine Spiele-Software entwickeln, die auch für die Stadtplanung eingesetzt werden könnte, um zu planen, um Bürger*innen zu beteiligen etc.

Minecraft-Fans und Leute mit weiteren Nutzungsideen können sich die Karte bei uns kostenlos downloaden.

Studie Produktion in der Stadt

Wie wirkt es sich eigentlich auf die Stadtstrukturen aus, wenn Produkte am 3D-Drucker entstehen und der Bedarf an großen Produktionshallen zurückgeht, wenn die Leute mehr zu Hause arbeiten und der Verkehr vernetzter und effektiver wird? Und wie will Berlin Gewerbe und Wohnen unter einen Hut bekommen in der wachsenden Stadt mit wachsendem Entwicklungsdruck?

Im Oktober stellten wir die Studie Produktion in der Stadt vor, die sich mit diesen Fragen beschäftigt und Handlungsempfehlungen gibt.

Innovationserhebung Berlin 2015

Keine Überraschung sondern eine schöne Bestätigung für das Gefühl, dass Berlin auf dem richtigen Weg ist: Im Juni haben wir aktuelle Zahlen zum Innovationsgeschehen in der Stadt vorgestellt.

Spitzenreiter unter den Innovationsbranchen ist die Berliner Elektroindustrie. 77 Prozent der Unternehmen dieser Branche führten ein neues Produkt ein, bundesweit waren es 64 Prozent. Auch in der Softwarebranche mit einer Innovatorenquote von 68 Prozent, im Bereich Forschung und Entwicklung (66 Prozent), im Bereich Energie/Wasser/Entsorgung (52 Prozent) und bei Nahrung/Getränke/Tabak liegen die Berliner Unternehmen teilweise deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Die Datensätze, die der Studie zugrunde liegen, gibt es als offene Daten bei uns.

Hacking Box

Digital kompetent ist man nicht, wenn man für das Smartphone die richtige App runterladen oder die Tastatur-Einstellungen ändern kann. Zur digitalen Kompetenz gehört ein bisschen mehr, z. B. zu verstehen, wie ein Computer funktioniert. Wir bieten für Interessierte eine Hacking Box, mit der man kleine Programme selbst entwickeln kann. Learning by doing. Die Box, die übrigens 2015 im Wettbewerb Deutschland – Land der Ideen prämiert wurde, wurde 2016 noch mal aufgestockt, wegen der vielen Nachfragen. Wer sich bei Interesse frühzeitig bei uns meldet, hat aber immer eine gute Chance, die Box für seinen Workshop ausgeliehen zu bekommen.

Auto als Computer

Im März stellten wir eine Studie vor, die die Zukunft des Autos beleuchtet. Wichtigste These: Das Auto wird ein Computer auf Rädern werden, der viele digitale Daten verarbeiten und an andere Verkehrsteilnehmer schicken wird. In der Folge wird der Verkehr vernetzter und damit effizienter und sicherer werden – allerdings müssen noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, bis es soweit ist.

Die Berliner Digitalwirtschaft profitiert bereits heute von der zunehmenden Digitalisierung des Verkehrsbereiches und wird dies weiter tun. Bis 2030, so schätzt die Studie, werden rund 10.000 neue Arbeitsplätze vor Ort in diesem Bereich entstehen.

Berlin Innovation

In keiner anderen Stadt ist der Anteil der Innovationen am Gesamtumsatz der Unternehmen so hoch wie in Berlin. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen sind sehr innovativ und entwickeln neue Produkte, Prozesse und Anwendungen in allen Technologiebereichen.

Wir haben ein Schaufenster eingerichtet, in dem wir solche Innovationen vorstellen – natürlich virtuell.

Die Seite ist seit Oktober 2014 online. Die Beispiele reichen von energieeffizienten Beleuchtungskörpern über Softwarelösungen für die Verwaltung großer Wohnungsbestände bis zu intelligentem Fuhrparkmanagement.

Jeder, der eine Innovation entwickelt hat, kann sich hier eintragen. Wichtigstes Kriterium für die Aufnahme auf der Seite ist der Innovationsgrad des Angebots. Als Nachweise hierfür gelten positive Gutachten, die im Rahmen einer Projektförderung der öffentlichen Hand bereits erstellt wurden, oder renommierte Innovationspreise. Liegen solche Nachweise nicht vor, prüft eine Jury die Präsentation. Ihr gehören unter dem Vorsitz von Dr. Christian Hammel (Bereichsleiter) Vertreter aus Verwaltung, Verbänden und Hochschulen an.

Weitere Informationen und Registrierung unter www.berlin-innovation.de

Open Data ist überall

Wir hatten ganz schön getrommelt, um alle, die in Berlin Open Data zur Verfügung stellen und/oder nutzen, zu fragen, welche offenen Daten sie nutzen, was sie daraus machen usw. Entsprechend gut war die Resonanz auf unsere Umfrage. Im Januar 2016 konnten wir die Ergebnisse vorstellen.

Um zu zeigen, wo überall Open Data wichtig sind, veranstalteten wir unseren Pressetermin im Museum für Naturkunde, wo sich die Macher ganz entschieden für einen offenen Austausch von Daten aussprechen – und die Daten beispielsweise von Saurierzähnen etc. mit allen teilen. Sie sind schließlich ein Erbe, das uns allen gehört.