Industrie4.0-Hauptstadt Berlin

Vor zwei Wochen hat Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie eine Halbjahresbilanz vorgestellt, die von einer dynamischen Entwicklung Berlins zeugt. Ein Interview mit Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, zu den Zahlen und der Bedeutung, die die Digitalisierung in diesem Zusammenhang spielt.

 

Seit einigen Jahren können wir uns über ein stetiges Wachstum der Berliner Wirtschaft freuen. Jetzt melden Sie weitere Rekordzuwächse beispielsweise bei den Investitionen der Unternehmen. Was macht die Entwicklung so dynamisch?

Berlin ist und bleibt ein Magnet für in jeder Hinsicht unternehmungslustige Leute. Und das spüren wir auch bei den Innovationszahlen. Im ersten Halbjahr 2017 konnten wir die Zahlen im Vergleich zum 1. Halbjahr 2016 mehr als vervierfachen: 106 Millionen Euro eingeworbene Drittmittel gegenüber 24,5 Millionen Euro. Das entspricht einem sagenhaften Plus von 333 Prozent. Berlin profitiert dabei in erster Linie von Berlin, von den Talenten in der Stadt, von einem regen Austausch, von dem guten Ruf, den die Hauptstadt inzwischen genießt. Berlin ist beliebt bei Menschen in aller Welt.   
 
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Entwicklung?

Digitalisierung spielt in allen Bereichen, durch alle Branchen hinweg eine große Rolle. Zum einen weil sie unsere Arbeit, Produktionsabläufe, ganze Branchen tiefgreifend verändern wird – und schon längst verändert. Zum anderen, weil Berlin für nationale wie internationale Firmen wie Cisco, Würth und VW der Standort ist, wo die eigene Digitalisierung gedacht und entwickelt wird. Berlin ist also doch auch Industriestadt: Industrie-4.0-Hauptstadt. 
 
Was können die kleinen und mittleren Unternehmen Berlins von der erfolgreichen Start-up-Szene lernen?

Von der Unternehmungs- und Unternehmenslust der Entrepreneure können sich viele kleine, mittlere und übrigens auch große Unternehmen eine Scheibe abschneiden. Auch von der nicht-so-erfolgreichen Start-up-Szene sollten wir lernen, nämlich mutig zu sein, auch wenn das bedeuten kann, zu scheitern. Scheitern ist erlaubt, Aufstehen und Weitermachen ist Pflicht. Aber es ist keineswegs so, dass dieser Lernprozess eine Einbahnstraße ist. Auch erfolgreiche Start-ups können von Grown-ups etwas lernen. Gut ist bekanntlich der Feind des Besseren.

Weitere Information zur Halbjahresbilanz von Berlin Partner
Weitere Informationen zum Technologie- und Innovationsstandort Berlin bietet auch die Innovationserhebung der Technologiestiftung.