Hybride Wertschöpfung

Am 11. November beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Bringt die Digitalisierung Produktion und Dienstleistungen noch stärker zusammen?

Was heißt das für Berlin? Und: Wie geht man das an? Die Unternehmenswelt wird vielfältiger. Produzierende Unternehmen reichern ihre Produkte mit Dienstleistungen an, mit denen sie ebenso gut verdienen wie mit den Produkten. Beratungsunternehmen werden Infrastrukturbetreiber. Gas- und Stromversorger bieten Contracting, Planung und allerhand weitere Dienstleistungen an.

Genau das ist "hybride Wertschöpfung". Es geht um die Ergänzung der bestehenden Produktion durch neue Leistungen ("Wertschöpfung"). Im produzierenden Gewerbe sind das oft Leistungen, die der bisherigen Wertschöpfungskette vor- oder nachgelagert sind. Einer Fertigung vorgelagert ist zum Beispiel Konstruktion oder Serienentwicklung, nachgelagert zum Beispiel die Assemblierung von Komponenten zum Bauteil, Wartung oder Betrieb. Durch die Digitalisierung werden auch ganz neue Leistungen möglich, z.B. Überwachung und Tiefenanalyse von Betriebsdaten. "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch...", wird zu "Glückwunsch, nur 10% der Kunden, die dieses Produkt nutzen, erzielen ein besseres Produktionsergebnis als Sie.", zu "Ersetzen Sie in der nächsten Betriebspause das Kugellager Nr. 532, es wird bald ausfallen!" oder zu "Ihre Werkzeuge nutzen ungleichmäßiger ab als bei 80% der Kunden, die das selbe Werkzeug nutzen. Kontrollieren Sie Unwuchten!".

Unternehmen, die solche hybriden Leistungsmodelle gezielt entwickeln, sind erfolgreicher, haben eine höhere Kundenorientierung, eine höhere Innovationskraft und arbeiten vernetzter als andere. Sagt zumindest der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Was heißt das für Berlin?

Innovativ? Vernetzt? Digital? Das klingt nach wichtigen Berliner Standortfaktoren, über die die Technologiestiftung regelmäßig berichtet. Berliner Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind überdurchschnittlich innovativ. Sie kooperieren überdurchschnittlich, sowohl mit Kunden und Lieferanten als auch mit der in Berlin bekanntlich starken Forschung. Außerdem finden sich in der Berliner Startup-Szene und bei vielen mittlerweile gewachsenen und etablierten Startups der letzten 10 Jahre viele, die Unternehmen dabei unterstützen, Kooperationsprozesse zu managen oder internetbasierte Tools und Dienstleistungen zu entwickeln und anzuwenden.

Die bekannten Standortfaktoren deuten darauf hin, dass die Voraussetzungen für Berliner Unternehmen gut sind, sich hybride Leistungsmodelle und die dafür benötigten Technologien anzueignen. Aber findet das auch statt? Welche Kompetenzen braucht man, um sich das Thema zu erschließen? Was bedeutet das für die Unternehmenskultur und die Qualifikation der Mitarbeiter? Müssen neue Unterstützungsangebote entwickelt werden? Diesen Fragen wird die Technologiestiftung am 11. November von 9 bis 14 Uhr in einem Fach-Workshop nachgehen. Dort vorgestellte Beispiele aus Berlin und die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen werden wir anschließend publizieren und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Für die Mitwirkung am Workshop ist eine persönliche Einladung erforderlich. Wenige Plätze sind noch frei. Wenn Sie mitwirken wollen, wenden Sie sich an den Autor .

 

Technologiestiftung und Standortfaktoren

2015: Innovationserhebung 2014 

2014: Technologieradar Berlin 

2014: Innovationsmonitoring Berlin

Ältere Publikationen mit Zahlen, Daten und Fakten zu Forschung, Technologie, Innovation und MINT-Bildung in Berlin auf unserer Website

 

Hybride Wertschöpfung

Aktuelle Forschungsergebnisse, und Auswertungen der Erkenntnisse aus der Förderung von Forschung zur hybriden Wertschöpfung durch das BMBF sind in einer Reihe von Studien des VDI-Technologiezentrums nachzulesen.

Eine Zukunftsprognose zu hybrider Wertschöpfung ist im Foresight-Bericht Band 2: Forschungs- und Technologieperspektiven 2030 (ab Seite 27) zu finden, den das VDI-Technologiezentrum zusammen mit Fraunhofer ISI für das BMBF erstellt hat.