Hardware-Flohmarkt: "Upcycling macht im Elektrobereich besonders viel Sinn!"

Warum wir einen Hardware-Flohmarkt organisieren und was man von ihm erwarten kann. Interview mit Dr. Dieter Müller.

Am 8. September wird die Technologiestiftung im und am CityLAB einen Hardware-Flohmarkt ausrichten. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Upcycling ist ja generell ein Trend: Kleidung, Verpackungen... und es gibt kaum einen Bereich, für den Upcycling so sinnvoll ist wie den Bereich der Elektrogeräte. In der Vergangenheit hat es schon solche Initiativen gegeben. Das wollen wir weiter beleben.

Elektrogeräte sind in den seltensten Fällen völlig kaputt, wenn sie auf dem Müll landen. Da funktioniert der Motor noch, da ist der Laser noch in Ordnung.... Jeder kennt das und mittlerweile haben auch die meisten ein schlechtes Gewissen, wenn die alten Geräte einfach nur auf dem Müll landen. Zu Recht: Die Geschichten, wie unsere alten Geräte in Afrika oder in Asien unter sehr fragwürdigen Umständen auseinandergenommen werden, sind ja leider alle wahr. Das muss nicht sein!

Lieber die Geräte in Berlin zerlegen und die Teile, die noch intakt sind, weiterverwerten! Das ist in jeder Hinsicht sinnvoll: Es ist nachhaltig, es macht Spaß und meistens lernt man beim Auseinandernehmen und Weiterverwerten auch noch was. Be-greifen ist im Deutschen nicht zufällig ein Synonym für Verstehen.

Mit dem Flohmarkt bieten wir allen Interessierten eine tolle Gelegenheit, nachhaltig zu handeln, Spaß zu haben und dabei noch was zu lernen.

Klingt gut. Was genau wird geboten?

Zunächst einmal möchten wir allen Interessierten die Gelegenheit bieten, zu tauschen und gebrauchte Hardware günstig zu erwerben. Wie ich schon sagte: Es muss wirklich nicht immer alles fabrik-neu sein. Sachen wiederzuverwerten, ist eine feine Sache und macht die Sachen, die man herstellt, zu absoluten Unikaten.

Über diesen Marktplatz hinaus planen wir für den Flohmarkt ein kleines Rahmenprogramm, bei dem sich Projekte vorgestellt werden, die zeigen, wie andere sich Aufgaben gestellt und gelöst haben. Solche Anregungen sind ja immer und besonders für Einsteiger*innen interessant. Für die Gruppe der Einsteiger*innen werden wir auch einen Lötkurs anbieten, der zeigt, wie man die Neuerwerbungen handwerklich gut verarbeiten, also verlöten kann. Unsere Erfahrung ist, dass die meisten Leute ziemlich lange nicht mehr wirklich mit ihren Händen gearbeitet haben und dieses Basteln ihnen sehr viel Spaß macht.

 

Ihr bietet ziemlich regelmäßig solche Hands On-Formate an. Kannst Du Leuten, die am 8. September nicht kommen können, Tipps geben?

Tatsächlich ist der Flohmarkt am 8. September ein Experiment, das unsere anderen Angebote ergänzt, mit denen wir in den Sommerferien ins CityLAB gezogen sind.

Wir bieten zum Beispiel an, sich bei uns eine Hacking Box auszuleihen, um eigene, nicht kommerzielle Projekte zu realisieren. Die Hacking Box kann man nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen mit Ardunios, Calliopes, Raspberry Pis, Sensoren, Servos und was man sonst noch braucht. Wir können auch jeweils mehrere Sätze der benötigten Hardware zur Verfügung stellen, beispielsweise für Hackathons. Wer sich nicht so gut auskennt, wird von uns beraten. Für erste Projekte stellen wir auch Lernmaterial zur Verfügung. Allerdings sollte man sich frühzeitig anmelden. Unser Angebot wird sehr gut angenommen. Die Boxen sind viel unterwegs und wer auf einen bestimmten Termin fixiert ist, sollte sich möglichst frühzeitig mit uns in Kontakt setzen.

Wir organisieren außerdem regelmäßig im CityLAB Veranstaltungen und informieren darüber auf der Webseite der Technologiestiftung und im Veranstaltungskalender des CityLABs. Einfach immer mal wieder reinschauen!

Eine Veranstaltung kann ich aber auch gleich hier vorstellen: Am 30. August bieten wir eine Offene Werkstatt an. Da kann man ohne Anmeldung vorbeikommen und mit meinen Kolleginnen und oder mir zu allen möglichen Themen hacken und coden. Wir freuen uns auf alle, die mitmachen!