Hacking Box goes Comenius

Frühjahrsputz bei der Regentrude

Im letzten Jahr haben wir auf unserer Dachterrasse die „Robo-Regentrude(Theodor Storms Werk als literarisches Vorbild)  aufgebaut, die unsere Pflanzkübel mit Wasser versorgen soll – ein IoT–Anwendungsfall mit Bauteilen aus unserer Hacking Box. Wie das mit DIY-Anlagen aber so ist, zeigten sich im Dauerbetrieb bald Schwächen. Die wollten wir in der Winterpause ausräumen und mit den Verbesserungen in die neue Terrassensaison gehen.

Genau zur rechten Zeit also wurden wir durch Frau Immel vom Lab2Venture-Projekt (L2V) am NatLab der FU Berlin angefragt, ob wir nicht ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt an Schüler*innen vergeben könnten. Die Lab2Venture-Projekte zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass die Schülergruppen echte Fragestellungen aus Unternehmen, Verwaltung oder Zivilgesellschaft so bearbeiten müssen, dass am Ende eine nutzbare Lösung dabei herauskommt. Perfekt!

Wir haben unsere Aufgabenstellung dann beim Kick Off des 2018/19er Lab2Venture–Durchgangs am Max-Delbrück-Zentrum in Berlin-Buch vorgestellt und uns gleich mit den Schüler*innen der Comenius-Schule und ihrer Betreuerin zusammengesetzt. Die Schülerarbeitsgruppe konnte sich gut vorstellen, das Projekt für uns durchzuführen und so haben wir dann gleich einen Vor-Ort-Termin in der Technologiestiftung verabredet. Dort haben wir dann die Projektdetails durchgesprochen.

Mit Frau Immel von L2V haben wir dann einen Vertrag abgestimmt (auch das hat Ernstcharakter) und schließlich der Comenius–Schule zugesagt, für die Kosten der Hardware im Projekt aufzukommen.

Inzwischen haben sich die Schüler*innen an der Comenius–Schule in die Arbeit gestürzt, wie man auf den Fotos ohne Zweifel sehen kann. Dabei wird echte Forschung und Entwicklung geleistet, zum Beispiel wie man die billigen Feuchtesensoren mit Zinnfolie (die korrodiert nämlich im Boden) durch Graphitstäbe ersetzen kann.

Zum Ende des Schuljahres werden die Schüler dann dem Auftraggeber ihre Projektergebnisse präsentieren und die Dokumentation übergeben. Eine gemeinsame Abschlusspräsentation aller Schülerprojekte rundet dann diese Ausgabe des Lab2venture-Projekts ab.

Warum engagieren wir uns in diesem Projekt?

Andreas Schleicher aus dem Direktorat der OECD brachte aktuelle Herausforderungen der Bildung so auf den Punkt:

Aufgrund des raschen wirtschaftlichen und sozialen Wandels müssen Schulen heute die Schüler auf noch nicht geschaffene Arbeitsplätze vorbereiten, auf noch nicht erfundene Technologien und Probleme, die wir noch nicht kennen.

Projekte wie L2V und unsere Kooperation mit der Comenius-Schule vermitteln Schüler*innen zukunftsfeste Kompetenzen, die häufig zitierten „21st Century Skills“: Kompetenter Umgang mit Medien und Technologien, Informationen und Daten, Fähigkeit zur Kollaboration und Kommunikation, kreative Problemlösungen u.a.m. werden den Jugendlichen ermöglichen, ihre private und berufliche Entwicklung selbstbestimmt und proaktiv zu gestalten.

Mit Angeboten wie der Hacking Box und der Unterstützung von Projekten wie Lab2Venture ermöglicht die Technologiestiftung Berlin einen niedrigschwelligen Zugang zum Verständnis der IoT-Systeme, die mehr und mehr unser Leben begleiten. Dieser Hands-On-Ansatz (also direktes „Begreifen“ der Technologie ermöglichen) gibt Anreize zum Einstieg in die Grundlagen, ohne die Inhalte auf „Informatik“ einzugrenzen. Tatsächlich geht es oft darüber hinaus. Denn nicht zuletzt tragen wir durch Publikation unter cc-Lizenzen und Nutzung offener Hard- und Software im Bildungskontext auch zur Schließung des „Digital Divide“ bei, weil Benutzer*innen keine Schranken in Bezug auf Betriebssysteme oder Hardware-Voraussetzungen auferlegt werden.