262 Minuten später

Unsere Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs und unsere Informationsveranstaltung zur Suchmaschinenoptimierung Ende des letzten Jahres waren sehr gut besucht. Trotzdem haben es vielleicht einige nicht geschafft, dabei zu sein – oder Besucher*innen möchten noch mal „nachschauen“. Für sie alle haben wir jetzt Videoaufzeichnungen der Veranstaltungen mit deutschen Untertiteln auf YouTube veröffentlicht. Bei der Aufbereitung haben wir einiges gelernt.

YouTube bietet die Möglichkeit, bereits automatisch erstellte Untertitel zu nutzen, allerdings haben diese sich teilweise als eher unbrauchbar herausgestellt. Je nach Tonqualität, Aussprache der Redner*innen und Nebengeräuschen im Video wurden Wörter und teilweise ganze Textabschnitte nicht richtig erfasst. Da wurde schnell mal aus „Digitalisierungs-Trend“ der „Diäten-Trend“ oder Wörter wie „Disruption“, über das der gesamte Vortrag unseres Vorstandsvorsitzenden Nicolas Zimmer handelte, wurden kein einziges Mal vom System erkannt. 

Drei Personen haben sich nun innerhalb einer Woche immer mal wieder zwischen ihren eigentlichen Aufgaben an die Verbesserungen solcher mal lustigen und mal weniger lustigen Fehler gesetzt und insgesamt 262 Minuten Videomaterial mit sinnvollen Untertiteln versehen. Doch sind diese wirklich so sinnvoll, wie wir uns das erhofft haben? 

Alle Videos in der Galerie:

Senator Dr. Klaus Lederer – „Innovationsfonds zur Digitalisierung des Kulturbereichs"

kulturBdigital - Trailer zur Konferenz zur digitalen Entwicklung des Kulturbereichs

Diskussion „Was braucht’s für die digitale Entwicklung des Kulturbereichs?“

Nicolas Zimmer – „Disrupting Culture? Digitale Transformation in der Kultur“

Sebastian Meier: „Kultur in der vernetzten Stadt – Vernetzung durch offene Daten und Schnittstellen“

Katrin Glinka: „Schnittstellen, Austausch, Prozesse – Offenheit als Fundament von Innovation“

Philip Steimel: „Die Realität hat die geilste Grafik, aber… – inter(re)aktives Computerspiel-Theater“

Prof. Dr. Thorsten Koch: „Das Beste kommt nicht zum Schluss – Zur Archivierung von Daten“

Susanne Schuster: „Being a Unicorn – Digitale Innovationen in den Freien performativen Künsten“

Die im Dunkeln sieht man nicht - SEO für Kultureinrichtungen

Um dies herauszufinden haben wir unsere gehörlose Praktikantin Jolanta damit beauftragt, stichprobenartig sämtliche Videos nach Sinnhaftigkeit zu testen. Nichts ist schlimmer, als so viel Arbeit in etwas zu stecken, das im Endeffekt an einem Teil der Zielgruppe vorbeigeht. 

Wir konnten dann doch aufatmen, als Jolanta uns verkündete, dass sämtliche Videos nach ihrer vollsten Zufriedenheit untertitelt wurden. Einzig und allein einen Aspekt haben wir bei diesem Prozess vergessen. In unserem Konferenz-Trailer läuft beispielsweise über längere Zeit Musik und niemand spricht. Um dies auch gehörlosen oder schwerhörigen Personen zu vermitteln, müssen solche Musiksequenzen oder beispielsweise Pausen auch so gekennzeichnet werden. Darüber hinaus ist es stets wichtig, beispielsweise bei einer Diskussion, die verschiedenen Redner*innen zu kennzeichnen, um hervorzuheben, wer gerade eigentlich spricht.

Um die Reichweite unserer untertitelten Videos nun zu erhöhen, werden wir die Information darüber beispielsweise an den Deutschen Gehörlosenverband und Deaf-IT herantragen und hoffen, dass viele weitere Personen die Funktion der Untertitel nutzen werden.

Wir sind zuversichtlich, dass sich die Arbeit dafür gelohnt hat.