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26.11.2013

Researchers Forum: Smart Cities & Urban Technologies

Berlin ist eines der führenden europäischen Zentren für Smart City Technologien.


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Um dieses kennenzulernen und Austausch zu betreiben trafen sich am 25.11.2013 Gastwissenschaftler und –studierende mit Unternehmens- und Botschaftsvertretern im Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) auf dem Euref Campus.

Rund 300 Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft beschäftigen sich schon heute damit, Lösungen für das wachsende Bedürfnis der Bevölkerung wie zum Beispiel nach intelligenter Verkehrsleitung und Energiegewinnung, nach Projekten, die das Alltagsleben erleichtern und die Natur schützen“, stellte Anne-Caroline Erbstößer die ersten Ergebnisse ihrer Studie „Smart City Berlin – Urbane Technologien für Metropolen“. Tatsächlich ist Berlin mit 4 Universitäten, 7 Fachhochschulen und über 60 Forschungseinrichtungen in direkter Nähe zu Anwendungsgebieten in einer Metropole und in einem ländlich geprägten Flächenland ein ideales Testgebiet für neue Ideen.

Das zieht natürlich auch Wissenschaftler und Studierende aus dem Ausland an, hier zu arbeiten und zu studieren. Um diesen Gästen eine Plattform zu geben ihre Arbeit vorzustellen und Kontakte mit anderen Vertretern der Wissenschaft und Wirtschaft zu treten, organisiert die TSB Technologiestiftung Berlin regelmäßig ein Researchers Forum.
In diesem Rahmen stellten Florian Lennert, der für die London School of Economics und das InnoZ für Internationales und Projekte zur Intelligenten Stadt zuständig ist, Alba Dieguez Alonso vom Fachbereich Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien der TU Berlin und Dr. Simone Langhans vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ihre Arbeitsschwerpunkte vor.

„Wir leben in einer urbanen Welt“, so Lennert in seinem Vortrag. In einem Ballungsraum zu leben verändert auch die Verkehrsgewohnheiten: anstatt sich auf das eigene Auto zu verlassen steigen immer mehr Bürger auf öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und zunehmend auf Car Sharing um. „Die Zukunft der Mobilität ist die multi-modale Mobilität auf Nachfrage.“ Deswegen ist eines der Kernthemen am InnoZ die Integration Öffentlichen Nahverkehrs, sodass man zum Beispiel mit seiner Bahncard gleichzeitig Zug und Bus fahren kann, sich aber auch ein Elektroauto oder Fahrrad ausleihen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt am InnoZ ist die Entwicklung von Smart Grids, die die Verteilung von Energie nach Bedarf und Verbrauch regeln. Gerade mit der wachsenden Einbindung der erneuerbaren Energien Sonne und Wind müssen Verbrauchsspitzen und Dauerbetrieb geplant und ausgeglichen werden, um eine kontinuierliche Versorgen aller Verbraucher, egal ob Firma oder Privathaushalt, zu gewährleisten.

Researchers Forum Smart Cities

Mit der Gewinnung von Energie beschäftigt sich auch die Spanierin Alba Dieguez Alonso, die an der Technischen Universität Berlin die Thermochemische Umsetzung von Biomasse erforscht. Durch das Vergasen von Biomasse werden bestehende chemische Verbindungen aufgespalten und neu angeordnet. „So können natürlich vorkommende Gase künstlich hergestellt werden und sowohl für die Energie- als auch Wärmegewinnung eingesetzt werden“, erklärt Dieguez Alonso. „So könnte man der Abhängigkeit von Fossiler Energie entgegen wirken.“ Zur Zeit beschäftigen sie die Probleme, eine dauerhaft gute Qualität des Gases zu erreichen und zu halten, einen Prozess zu entwickeln, bei dem für unterschiedlichen Energiebedarf unterschiedliche Mengen an Biomasse behandelt werden können sowie mit der Politik Normen zu entwickeln und das Verhältnis zu anderen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energiegewinnungsmethoden zu klären. Für die Zukunft suche sie Partner für die Integration der Vergasungstechnologie z.B. in Smart Grids.

 

Bei der Arbeit von Dr. Simone Langhans aus der Schweiz steht das Management von Flüssen, besonders die Kosten-Nutzen Berechnung von Pflege und Renaturierung, im Mittelpunkt. Wasser ist kostbar, doch um für eine gute Qualität des Süßwassers in Flüssen nach der Water Framework Directive der EU zu gewährleisten, steht oft nur ein kleines Budget zur Verfügung. Bisher werden Maßnahmen zur Renaturierung und Rehabilitation von Gewässern nur Ad-Hoc und lokal durchgeführt. „Es ist Zeit, die Management und Rehabilitations-Maßnahmen zu optimieren. Man muss sich klare Ziele setzen und diese dann mit möglichst geringem finanziellen Aufwand erreichen“, verdeutlicht Langhans. Verbesserung der Fluss-Flora, -Fauna oder der Wasserqualität sind drei der häufigsten Ziele. Mit den gesetzten Zielen und einem Optimierungsalgorithmus, der die Kosten für die Umsetzung sowie Strafen für das Nichteinhalten der Ziele beinhaltet, soll dann der optimale Plan erstellt werden und darin Zonen festgelegt werden, die für das Erfüllen unentbehrlich sind. Im Moment erarbeitet Simone Langhans einen Plan für die Wiederherstellung der Flora- und Fauna-Ziele in Havel und Spree.Dafür wünscht sie sich Partner aus der Wirtschaft, die ein Faible für Naturwissenschaften und Erfahrungen mit Kosten-Nutzen-Analysen haben, Ingenieure, die mit der Implementierung von Fluss-Rehabilitations-Maßnahmen Erfahrungen haben, sowie Politiker, denen der Natur- und Gewässerschutz am Herzen liegt.

Zum Abschluss präsentierte das InnoZ die interaktiven Präsentationstische Micro Smart-Grid und Connected Mobility, an denen unterschiedliche Zukunfts-Szenarien von den Besuchern ausprobiert werden konnten.


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