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14.09.2016

Jobmaschine Venture-Capital

Über 17.000 Arbeitsplätze sind zwischen 2011 und 2015 in Berlin mit Venture-Capital (VC) gesichert und neu geschaffen worden.


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Über 17.000 Arbeitsplätze sind zwischen 2011 und 2015 in Berlin mit Venture-Capital (VC) gesichert und neu geschaffen worden. In welchen Branchen VC-Geber investieren, welche Entwicklungsphasen sie bevorzugen und was Berlin von anderen Standorten unterscheidet, zeigt der erste Berliner Venture-Capital Report, den Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin, gemeinsam mit Roger Bendisch, Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, heute bei der Scopis GmbH in Berlin-Mitte vorstellte.

Ein Schwerpunkt der VC-Aktivitäten liegt in Berlin auf der Informations- und Kommunikationsbranche (IKT). So flossen 2015 1.210 Millionen Euro, das sind rund 60 Prozent der Berliner VC-Investitionen, in diese Branche, die neben IT-Beratung und Softwareentwicklung beispielsweise auch Datenverarbeitung, Hosting und die Reparatur von IKT-Geräten umfasst. Damit ist der Schwerpunkt IKT in Berlin deutlicher ausgeprägt als im übrigen Bundesgebiet. Auch die aktuellen Wachstumsbranchen der FinTechs und der mobilen Dienstleistungen wachsen in Berlin besonders stark. Rund 76 Millionen Euro, das sind rund drei Viertel des gesamten VCs, das 2015 in mobile Dienstleistungen floss, wurden in Berlin investiert, in der FinTechbranche waren es 43 Prozent der Gesamtinvestitionen.

Nicolas Zimmer: „VC-Geber investierten 2015 mehr als der Berliner Haushalt für Investitionen auswies. Das zeigt, wie attraktiv die Startups der Stadt sind und welche Perspektiven sie bieten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Investitionen im Dienstleistungsbereich so stark bleiben wie sie sind und sich weiter in Industriebranchen hinein entwickeln. Außerdem könnte VC über die digitale Wirtschaft hinaus eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung von Innovationsvorhaben spielen.“

Infografiken des Berliner Venture-Capital Report 2016

Roger Bendisch: „Ich freue mich, dass mit dem Venture-Capital Report erstmals auf den Standort Berlin heruntergebrochene Zahlen vorliegen und die führende Rolle des Standortes belegen. Berlins Entwicklung wurde konsequent unterstützt, beispielsweise durch das Engagement der IBB Beteiligungsgesellschaft. Seit 1997 hat die IBB Beteiligungsgesellschaft Berliner Kreativ- und Technologieunternehmen in Konsortien mit Partnern über 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, wovon die IBB Beteiligungsgesellschaft 157 Millionen Euro als Lead-, Co-Lead- oder Co-Investor investiert hat.“

Die meisten VC-Geber investieren vor allem in der sogenannten Early-Stage-Phase in der ersten und zweiten Finanzierungsrunde. Die Anzahl der Investitionen geht in späteren Phasen zurück. Dann investieren die VC-Geber allerdings deutlich größere Summen in die Expansion einzelner Unternehmen. Auch die Zahlen für diese Investitionen unterstreichen Berlins führende nationale Rolle: 2015 ging rund drei Viertel des gesamten in Wachstumsphasen in Deutschland investierten Kapitals nach Berlin.

Die Wirkung von VC ist in Berlin gesamtwirtschaftlich relevant und kann auf dem Arbeitsmarkt nachgewiesen werden. Mehr als die Hälfte der in den zurückliegenden fünf Jahren mit VC geschaffen und gesicherten deutschen Arbeitsplätze sind in Berlin angesiedelt. Das sind mehr als beispielsweise die Pharmabranche in Berlin bietet.

Für den ersten Berliner Venture-Capital Report Berlin haben die Autoren Julian Kahl und Christoph Scheuplein verschiedene Datenbanken und Fachberichte ausgewertet und verknüpft. So wurde es erstmals möglich, das international organisierte und orientierte VC-Geschehen für eine regionale Betrachtung in der Hauptstadt aufzubereiten.


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Christian Hammel
Dr. Christian Hammel
Innovation Policies & Research Leitung
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