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09.03.2015

Innovationserhebung

Berliner Unternehmen bei Neuerungen auf der Überholspur


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Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung, und Cornelia Yzer, Berliner Wirtschaftssenatorin, stellten gemeinsam die Innovationserhebung der Technologiestiftung vor.

Rund 11 Milliarden Euro und damit 14 Prozent ihres Umsatzes haben die Berliner Unternehmen 2013 mit neuen Produkten gemacht. Damit ist der Innovationsanteil am wirtschaftlichen Gesamtgeschehen in Berlin mit 1,6 Prozent erneut stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Bundesweit betrug der Anstieg nur 0,2 Prozent. Zahlen wie diese dokumentiert der „Innovationserhebung Berlin 2014“ der Technologiestiftung Berlin. Die Abfrage unter Unternehmen wurde heute von der Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, und dem Vorstandsvorsitzenden der Technologiestiftung Berlin, Nicolas Zimmer, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Cornelia Yzer: „Die Zahlen bestätigen eindrucksvoll, dass Berlin seine Pole Position als innovativer Wirtschaftsstandort ausbaut. Jedes zweite Unternehmen hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Berlin kann sich auf sein Erfindungsreichtum wie auch seine Umsetzungskraft verlassen. Das imponiert und zeigt, dass wir als Politiker die Fähigkeit zur Innovation weiter unterstützen müssen – sei es durch Rahmenwerke wie die neue Vergabepraxis oder durch unsere Bemühungen, mehr Kapital für zum Beispiel Markteinführungen freizusetzen.“ 

Nicolas Zimmer: „Der Berliner Maschinen- und Fahrzeugbau macht mittlerweile 46,9 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Produktneuheiten, die Elektroindustrie 43,5 Prozent. Das zeigt, dass Innovationen und Innovationsfähigkeit heute entscheidende Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg sind. Berlin kann hier seine Stärken im Bereich Forschung und Entwicklung ausspielen. Dieses Profil muss weiter ausgebaut werden. Unsere Erhebung bietet eine gute Grundlage für eine Positionsbestimmung und weitere strategische Überlegungen.“

Die Zahlen der Innovationserhebung unterstreichen die Rolle der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Berlin. Sie waren auch 2013 besonders innovativ. 49 Prozent der KMU führte 2013 ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung ein. Bundesweit waren es nur 44 Prozent

Steigenden Umsätzen der Berliner Wirtschaft mit neuen Produkten standen 2013 größere Ausgaben für Innovationen gegenüber. Auch hier lag Berlin mit 8,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 6 Prozent. Während bundesweit der Maschinen- und Fahrzeugbau fast die Hälfte aller Innovationsausgaben tätigte und Bereiche wie Chemie - einschließlich Pharmaindustrie mit 13,3 Prozent und die Softwarebranche mit 5,6 Prozent deutlich weniger ins Gewicht fielen, war die Struktur der Innovationsausgaben in Berlin differenzierter: Hier leisteten Chemie und Pharma  mit 809 Millionen Euro (26,4 Prozent) und die Elektroindustrie mit 720 Millionen Euro (23,5 Prozent) rund die Hälfte der Innovationsausgaben, gefolgt vom Maschinen- und Fahrzeugbau mit 466 Millionen Euro (15,2 Prozent) sowie der Software- und der Medienbranche mit jeweils 230 Millionen Euro oder 7,5 Prozent. Darüber hinaus gab es

im Bereich Forschung & Entwicklung mit 193 Millionen Euro (6,3 Prozent) nennenswerte Innovationsinvestitionen. Die genannten Bereiche decken wesentliche Teile der Zukunftsbranchen Verkehr, Mobilität und Logistik, Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Optik und Informations- und Kommunikationstechnologie/Medien ab. Finanziert wurden die Innovationen in Berlin mit 84 Prozent aus Eigenmitteln. Hier unterscheiden sich die Berliner Unternehmen nicht von den denen im übrigen Bundesgebiet. Eine Berliner Besonderheit gibt es aber: Hier nutzt jeder dritte Unternehmen (36 Prozent) öffentliche Zuschüsse und Zulagen, während dies im Bundesdurchschnitt nur jeder Vierte tut. Dagegen werden im Bundesdurchschnitt Bankkredite und Dispolinien stärker in Anspruch genommen.

Jedes fünfte Unternehmen gab an, dass Innovationsvorhaben wegen fehlender Mittel nicht durchgeführt werden konnten.

Hier ist Wagniskapital gefragt. Gerade hat das Land Berlin auf Initiative der Senatswirtschaftsverwaltung die Neuauflage der beiden erfolgreichen VC Fonds für die Technologie- sowie Kreativwirtschaft beschlossen. Die von der IBB verwalteten Fonds werden für die Förderperiode 2014-2020 von 80 auf 100 Millionen Euro aufgestockt. Zusätzlich unternimmt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  große Anstrengungen, die Voraussetzungen für die Bereitstellung von VC-Kapital auf Bundesebene weiter zu erleichtern und den ohnehin außerordentlichen Zufluss von VC-Kapital nach Berlin noch zu steigern.

Den vorgestellten Zahlen liegt die routinemäßige Innovationserhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zugrunde. Sie wurde  von der Technologiestiftung mit Unterstützung u. a. der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung aufgestockt. So konnten mit Antworten von 1.985 Unternehmen aus Berlin erstmals auch Aussagen zu den einzelnen Branchen getroffen werden.


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