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09.01.2017

„Brot, Kleidung und Schuhe - alles wird digital“

Interview mit Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin zur Agenda der Stiftung und zur Digitalisierung


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Die Technologiestiftung Berlin hat den Auftrag, digitalen Wandel in Berlin mitzugestalten. Was steht in den nächsten Monaten auf dem Plan?

Nicolas Zimmer: In der ersten Jahreshälfte werden wir Studien zur Blockchain-Technologie und zum Internet of Things vorstellen. Wir zeigen, wie Berlin in den Bereichen aufgestellt ist und was getan werden kann, damit wir uns als Standort bei diesen Themen zukünftig noch besser positionieren.

Wir werden das Thema Smart City weiterentwickeln. Unsere Studien in diesem Bereich - beispielsweise zur innerstädtischen Produktion - werden stark nachgefragt. Wir werden auch 2017 dazu Informationen und Veranstaltungen anbieten. Insbesondere wollen wir auch das Thema Open Data für Smart City Berlin weiter entwickeln. Berlin hat eine Open Data-Strategie; die Richtung stimmt, aber ich glaube, da sind noch viele Potentiale zu heben.

Unsere Hacking Box, die Minecraft-Karte von Mitte und unser VR-Projekt zur U-Bahnstation Stadtmitte hatten 2016 eine große Resonanz. Es gibt ein großes Interesse in der Stadt, aktiv zu werden und sich digitales Wissen anzueignen. Diese „Maker“-Mentalität finden ich und alle Mitarbeiter*innen in der Stiftung sehr sympathisch. Diese Projekte werden wir weiterführen und ausbauen. Und wir werden uns weiter im Bildungsbereich für die Vermittlung digitaler Kompetenzen engagieren.

Im Herbst hat eine Studie der Industrie- und Handelskammer zur Digitalisierung gezeigt, dass längst nicht alle Berliner Unternehmen die Einschätzung teilen, dass die Digitalisierung eine so große, branchenübergreifende Herausforderung ist wie es oft behauptet wird. Mancher spricht gar vom „Modewort“ Digitalisierung. Gibt es Bereiche, die die Digitalisierung nicht so stark verändern wird?

Nicolas Zimmer: Die Digitalisierung wird alle Bereiche erreichen – wer hätte vor 10 Jahren erwartet, dass ausgerechnet das Taxigewerbe so unter Druck geraten würde? Ich bin mir sicher, dass viele weitere Branchen sich in den nächsten Jahren ähnlichen Angriffen gegenüber sehen werden. Die Digitalisierung wird auch ganz traditionelle Produkte verändern: Brotmischungen, die genau auf die jeweiligen Kundenwünsche und Ernährungsbedürfnisse zugeschnitten werden, Kleidung, die Vitalfunktionen misst und überwacht, Schuhe, die beim Gehen unterstützen und Haltungsschäden vorbeugen. Ich bin mir sicher, alles wird digital werden.

Hinzu kommt alles das, was unter dem Stichwort Industrie 4.0 zusammengefasst wird und die Produktion radikal verändern wird. Ich nenne hier nur zwei Bespiele: Die zunehmende Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, die veränderte Produktionsprozesse nach sich zieht und auch die Arbeit in der Werkhalle massiv verändert. Und die zunehmende Verfügbarkeit von kostengünstigen Robotern, die ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen und ohne Programmieraufwand eingesetzt werden können, so dass sie auch im Handwerk zunehmend eine Rolle spielen werden.


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Frauke Nippel
Frauke Nippel
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