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27.05.2013

Bewegungen einfangen

Neue Ideen für Special Effekte standen im Fokus der dritten Veranstaltung aus der Reihe "Impulse aus der Zukunft"


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In vielen Filmen begegnen wir heute Wesen, die verdammt echt aussehen, obwohl sie nicht aus Fleisch und Blut sind. Ein großer Teil der Kunst besteht darin, Bewegungsmuster von Schauspielern auf die Leinwandwesen zu übertragen. Ein interessantes Thema für die Impulse aus der Zukunft, der gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Max Planck Gesellschaft und TSB, in der sich Grundlagenforscher und Praktiker begegnen, um darüber zu diskutieren, was in Zukunft alles möglich sein könnte, sollte oder müsste.

Zu Gast in der Deutschen Kinemathek am Potsdamer Platz waren Christian Theobalt und Carsten Stoll vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, und der Berliner Unternehmer Sven Pannicke, Gründer und Geschäftsführer der RISE | visual effects studios, dem größten Anbieter für Visual Effects in Berlin. RISE hat u.a. Effekte für „Iron Man 3“, „Cloud Atlas“, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ oder deutsche Produktionen wie „Adlon - eine Familiensaga“ geliefert.

Prof. Theobalt zeigte, wie es dank spezieller Algorithmen gelingt, aus Videoaufnahmen ein sogenanntes Bewegungsskelett zu generieren, das sich auf virtuelle Charaktere übertragen lässt. Es bietet eine Alternative zum gängigen Motion Capture Verfahren, ist aber weniger aufwändig und leistungsfähiger, da es auf Spezialanzüge mit Markierungen verzichtet und mit herkömmlichen Videokameras arbeitet. In einem anderen Projekt gelang es, auf sehr einfache Art und Weise die Mimik zu kopieren, indem das Programm sich auf die kleinen Schatten im Gesicht konzentrierte, die sich bei jeder Bewegung verändern. Und schließlich erklärte Theobalt noch, wie sich ein realitätsgetreues Bild eines Arms in Bewegung erzeugen lässt, indem das aus Filmaufnahmen von 15 verschiedenen Männern ermittelte statistische Modell eines bewegten Arms mit Informationen über den Body Mass Index der jeweiligen Figur, der in der Szene angenommenen Kraftanstrengung und anderen Parametern gefüttert wird.

Impulse aus der Zukunft: Neue Effekte für Film und Spiele

Da die Verfahren über reine Grundlagenforschung deutlich hinausgehen, gründete Carsten Stoll die Firma The Captury.  Sven Pannicke bescheinigte ihm gute Erfolgsaussichten. Die großen Vorteile der neuen Verfahren, insbesondere auch die Möglichkeit, außerhalb von Spezialstudios zu drehen, machen sie für die Industrie sehr attraktiv. Anwendungen gibt es nicht nur beim Film, sondern auch bei Videospielen, der 3D-Video-Erzeugung, bei Sportübertragungen und in der Medizin.


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Annette Kleffel
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